Grundsteinlegung zum Bau der von mir entworfenen Skulptur „Der Meggerer aus Nürnberg“ in Nainital/Uttarakhand
„Nehmt euch kein Beispiel, werdet nicht wie er“ (Überschrift Zeitungsartikel Uttarakhand News, Seite 3 vom 7.5.2018)
Gestern war der große Tag, ich durfte bei der Grundsteinlegung zum Sockel der von mir entworfenen Skulptur „Der Meggerer aus Nürnberg“ in Nainital/Uttarakhand dabei sein und sogar für ein Foto mit Hand anlegen. Zu diesem Anlass kamen viele Menschen, unter anderem hohe Politiker des Bundesstaates und mein Freund und Bollywoodschauspieler Amitabh „Tabhu“ Bachchan, der beim anschließenden Bankett das Buffet feierlich eröffnete. Ja, was soll ich viel sagen, es war ein schönes, ausgelassenes Fest bis in den frühen Morgen und es war toll mal wieder alte Freunde zu treffen.
Hier die Übersetzung des Zeitungsartikels der Uttarakhand News vom 7.5.2018:
„Nehmt euch kein Beispiel, werdet nicht wie er“
Gestern Nachmittag legte der europäische Künstler Hurgl zum Baubeginn seiner Skulptur „Der Meggerer aus Nürnberg“ überraschend selbst mit Hand an. Während viele geladene und ungeladene Gäste dem Spektakel mit Freude beiwohnten, protestierten nach Polizeiangaben 100 bis 150 Ortsansässige mit lautstarken Rufen „Nehmt euch kein Beispiel, werdet nicht wie er!“ gegen den Bau der Statue. Navdeep Rathore Singh, Sprecher der lokalen Bürgerbewegung gegen „Den Arsch mit Ohren“, wie die Skulptur in ihren Kreisen genannt wird, hob empört die von ihr ausgehende negative Ausstrahlung hervor. Er sagte wörtlich: „Wer weiß, wie sich dieses hässliche Antlitz auf die Entwicklung unserer Kinder, Kindeskinder und Kindeskinderkinder auswirken mag. Ich plädiere für den sofortigen Baustop. Mit etwas mehr Geduld, Wohlwollen, Liebe und Mitmenschlichkeit wäre es gar überflüssig solch eine Statue überhaupt zu errichten.“
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Werde Teil der Gemeinschaft, werde Klicktroll!
Da meine indischen Programmierer leider nichts taugen und die Besuchszahlen des Blogs sehr zu wünschen übrig lassen mein virtuelles Perpetuum Mobile für euch zum mitmachen. Klickt einfach auf folgenden Link und folgt den obenstehenden Anweisungen.

😀 Danke 😀
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Willkommen in der längsten Latrine der Welt – die erste Zugfahrt mit der indischen Eisenbahn
Wie von vielen von euch 3 Lesern des Blogs bestimmt schon sehnsüchtig erwartet hier der bereits angekündigte Beitrag über unsere erste Bahnfahrt.
Wir haben Angst. Viel Angst! Vor was genau wissen wir nicht, aber wir genießen das Gefühl und schwelgen melancholisch in Kindheits- und Jugenderinnerungen (wer weiß, ob sie wiederkommen?). Wir denken zurück an unsere ersten Bahnfahrten, die erste Fahrt ohne Erziehungsberechtigte, die erste Zugverspätung, die zweite Zugabe und Zugvögel. Nachdem wir wirr durcheinander einige Runden in kreisähnlichen Bahnen gerannt sind, gehen wir am Tag zuvor in aller Ruhe los Richtung Bahnhof, um Tickets für unsere Reise zu erwerben. Schalter 3 und Schalter 7 sind für Ausländer, aber da wir die einzigen beiden unindischen Touristen sind, die sich nach Patna verirrt haben, schließen sie schnell einen der beiden Schalter um uns mit der Entscheidung nicht zu überfordern. Alles klappt erwartet problemlos und wir sind stolze Besitzer zweier 3€ teuren Sleeperclass-Tickets von Patna nach Varanasi. Jetzt heißt es warten! „Nur noch“ 21 Stunden bis zur Abfahrt. Uns kommt es vor, als warteten wir schon ewig und unser Gefühl ändert sich schlagartig von Angst in Postangst, ein vergangenheitliches Vorfreudegefühl der besseren Tage. Während wir uns die vegetarische Frage stellen, ob es eine Option wäre zu versuchen die Zeit totzuschlagen, rauschen Erinnerungen und Bilder der schönsten Momente unseres Lebens an uns vorbei – das erste Mal Fahrrad fahren ohne Stützräder, der erste Verweis in der Schule oder die Erinnerung an unsere eigene Geburt – einfach schön!
– Kunstpause – Schockstarre – Sekundenschlaf –
Kurz vor der Abfahrt erreichen wir gerade noch rechtzeitig, gemächlich und entspannt das Gleis (zur Erinnerung: wir sind immer noch in Patna und Patna stinkt immer noch). Wir erwarten den Zug mit als Ausdruck unserer Ehrfurcht und Sinnlichkeit geschlossenen Augen. Tuuuuut – Tuuuuut, die akustische Einfahrt beginnt, begleitet von einem lauten knarren, knacken und quietschen. Plötzlich ein Windstoß auf der Haut, unsere langen, zotteligen Haare könnten, sofern wir die Augen offen gehabt hätten und es sehen hätten können, wie tibetanische Gebetsfahnen im Wind geweht haben; wir wissen es nicht. Und da: der Duft der indischen Weite, der Duft des Zuges strömt in unsere Nasen. Der Duft ist streng und erinnert uns an nichts mehr, als an Patna oder vielleicht ein Bahnhofs-, Rastplatz- oder Festivalklo. Wieviele Kilometer Stuhl mögen wohl so zu riechen vermögen? Urin aus wie vielen verschiedenen Orten der Welt mag sich zu diesem gar besonderen Odeur vermengt haben? Uns umschweift ein magisch-leichtes Gefühl von Unendlichkeit…
Wir steigen ein, gehen zu unseren ausklappbaren Liegeplätzen (wir haben die mittleren Liegen) und quetschen uns erstmal zu den 7 dort im offenen 6er-Abteil sitzenden Indern und dem Gestank, der eigentlich für sich allein ein Abteil bräuchte, dazu – es sind ja nur 4 Stunden Unendlichkeit. Langsam setzt sich der Zug in Bewegung, es knarzt, quietscht und holpert und ein zugfahrender Händler nach dem anderen kommt vorbei und schreit uns an: „Chai, Samosas, unverständliche Worte, Erdnüsse, Chips, Kekse, Wasser, etc“. Schüchtern wie wir sind kaufen wir nichts und reden uns ein, dass sich in unserer Nichtkonsumentenhaltung unsere Glückseligkeit widerspiegelt. Wir haben Wasser, 4 Liter Wasser. Need oder greed? – wir sind auf der richtigen Seite! Ein paar unserer Sitznachbarn verschwinden, wir verbreitern uns stückchenweise und nachdem die ersten im Wer-kann-am-längsten-wachbleiben-Wettbewerb aufgeben und auf die freien oberen Liegen klettern, wittern wir unsere Chance, klappen unsere Betten aus, machen es uns unbequem und darben in Gestank und Hitze, während wir uns schon auf die Ankunft freuen.
Unendlichkeit…da war doch was. So erscheint uns die Zugfahrt weitaus länger als geplant, die Dämmerung bricht ein und als wir eine Station vor Varanasi auf die Uhr schauen sind auch schon über 8 Stunden seit der Abreise vergangen. Wir mutmaßen, dass wir auf unserer 300km-Tour mehrere Zeitzonen und Sommer-Winterzeitumstellungen durchfahren haben, werden aber letztendlich eines besseren belehrt. Es war wohl eine einfache, klassische, weltliche indische Zugverspätung – nicht mehr und nicht weniger.
Müde, aber angekommen sind wir nun da und stellen uns die Frage, ob das indische Schienennetz zu Patna gehört oder Patna zum Schienennetz.

Warten auf Godot
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So. Eure Gehirne sind vom letzten pseudoinformativen Beitrag bestimmt weichgespült? Ich verstehe das. Darum dieser Beitrag in einfacher Sprache.
Wir fliegen von Bangalore nach Patna. Der Flug dauert zweieinhalb Stunden. Die Entfernung ist 2300km. Patna ist die Hauptstadt von Bihar. Dort ist es nicht schön. Es stinkt. Unser erstes Hostel ist mitten im Slum. Wir ziehen um in die Stadt. Dort stinkt es auch. PATNA STINKT!

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̶1̶̶9̶̶4̶̶8̶̶ ̶ 2018
Es war ein klarer, heißer Tag im März, und die Uhren schlugen gerade dreizehn, als Hurgl Das, das Kinn an die Brust gepresst, um dem brennenden Wind zu entgehen, rasch durch die windige Bambustür einer der Hütten der Joy-Community schlupfte, wenn auch nicht rasch genug, als dass nicht zugleich mit ihm ein Wirbel griesigen Staubs und durstiger Moskitos eingedrungen wäre.
Innen roch es nach gekochtem Dal und alten Fussmatten. An der Rückwand war ein grellfarbiges Plakat, das für einen Innenraum eigentlich zu groß war, mit Reissnägeln an der Wand befestigt. Es stellte nur ein riesiges Gesicht von mehr als einem Meter Breite dar: das Gesicht einer Frau von etwa dreiundneunzig Jahren, mit dickem grauen Dutt und ansprechenden, wenn auch derben Zügen. Hurgl ging im dunklen in die fensterlose Hütte. Es hatte keinen Zweck, es mit dem Licht zu versuchen. Sogar zu den günstigsten Stunden des Tages funktionierte es nur selten, und zurzeit war tagsüber der elektrische Strom abgestellt. Das gehörte zu den wirtschaftlichen Maßnahmen der in Vorbereitung befindlichen 50-Jahreswoche. Das Bett stand im letzten Eck, und der neununddreissigjährige Hurgl, der über dem rechten Fussknöchel dicke Krampfaderknoten hatte, ging sehr langsam und ruhte sich mehrmals unterwegs aus. An jedem Fleck starrte ihn das Plakat mit dem riesigen Gesicht an. Es gehörte zu den Bildnissen, die so gemalt sind, dass einen die Augen überallhin verfolgen. »Die Mutter sieht dich!« lautete die Schlagzeile darunter.
…willkommen in Auroville, einem Modell der „universellen“ Stadt, welches 1968, also vor genau 50 Jahren, von „der Mutter“ (Mira Alfassa), einer Anhängerin (und Seelenpartnerin) Sri Aurobindos, nach dessen Gesellschaftstheorie mit folgender Charta ins Leben gerufen wurde:
1. Auroville gehört niemandem im besonderen. Auroville gehört der gesamten Menschheit. Aber um in Auroville zu leben, muß man bereit sein, dem Göttlichen Bewusstsein zu dienen.
2. Auroville wird ein Ort ständiger Lernbereitschaft und ständigen Fortschritts sein und auf diese Weise der Schauplatz eines Lebens, das seine Jugend erhält.
3. Auroville möchte eine Brücke sein zwischen Vergangenheit und Zukunft. Indem es sich alle äußeren wie inneren Entdeckungen zunutze macht, wird es sich mutig zu künftigen Verwirklichungen hin entwickeln.
4. Auroville wird ein Ort spiritueller und materieller Forschung, sein damit eine wirkliche menschliche Einheit lebendige Gestalt annehmen kann.
An einer Stelle, die noch vor 50 Jahren eine rote Staubwüste war, haben es (wahrscheinlich waren es) irgendwelche Hippies, durch das Anlegen von Bewässerungsgräben und -mauern und dem Anpflanzen von ca. 2 Millionen Bäumen, geschafft der Desertifikation entgegenzuwirken und eine grüne Oase entstehen zu lassen. Das Zentrum Aurovilles stellt der Matrimandir („Muttertempel“) mit Park, heiligem Banjantree und Amphitheater dar. Dieser ist streng nichtreligiös, es darf in und um ihn weder gebetet, noch irgendwelche Rituale ausgeübt werden. Er dient einzig und allein der Konzentration (könnte ein anderes Wort für Meditation sein). Architektonisch auf jeden Fall sehenswert mit einem ganz guten Raumgefühl, wenn man es nach innen geschafft hat.
Aussenrum sind spiralförmig verschiedene Behörden, Geschäfte und WGs angeordnet. Die Bewohner Aurovilles sehen sich selbst als fortschrittlicher Teil der Weltbevölkerung und gleichzeitig als Teil der Evolution infolge von Schwarmintelligenz an. Nachdem „die Mutter“ Kommunistin war und Lenin verehrte (Zitat „Lenin…he was a brain“) gibt es in Auroville erstmal kein Privateigentum und für Bewohner neben zwei Umsonstläden auch ein geldfreies Einkaufssystem.
Um in die Gemeinschaft der Aurovillians aufgenommen zu werden bedarf es nicht mehr, als sich von zuhause aus schriftlich zu bewerben, dann einmal vorbei zu schauen, ein halbes Jahr unbezahltes Praktikum zu machen, dann für ein weiteres halbes Jahr (kann wohl bis zwei Jahre dauern) Anwärter zu werden, um dann, wenn keiner was dagegen hat, final dazu zu gehören. Klingt alles ganz einfach, ist aber leider doch etwas elitär, da man sich zum einen die ganze Zeit bis zur Aufnahme selbst finanzieren muss, nebenbei alle einem zugetragenen Tätigkeiten auszuführen hat und dann eine Unterkunft die man zwar auf Lebenszeit bewohnen darf für die Gemeinschaft kauft. Eine Ausnahme hierfür kann eine Planumsiedlung in eine andere Behausung aus der Gemeinschaft dienlichen Gründen sein. Heißt auf jeden Fall, dass man irgendwo her schon ein bisschen Handgeld mitbringen sollte um mitspielen zu dürfen. Dann kann man allerdings auch die Vorteile eines 5-Jahresvisums genießen.
Aurovillians sind sonst wie Schlümpfe, den ganzen Tag fröhlich, freundlich und gut drauf. Sie sind autark, basisdemokratisch, arbeiten gerne, dafür auch nur 6 Stunden am Tag, und das in einem selbst gesuchten Aufgaben- oder eher Selbstverwirklichungsfeld. Ob Biobauer, Yogalehrer, Guesthousebetreiber, Architekt, Koch in der Solarküche oder Tempelwache – für jeden gibt es was zu tun. Nebenbei ist Auroville mit ca. 5000 Arbeitsplätzen auch noch der größte Arbeitgeber für die ca. 20000 Menschen der umliegenden Dörfer (für Regens- und Augsburger gerne politisch korrekt „Städte mit geringerer EinwohnerInnenzahl“). Jeder Auroschlumpf, der für die Stadt arbeitet, bekommt am Ende des Monats 10000 Geld, welches über ein Konto direkt mit den ortsansässigen Geschäften verrechnet wirdwerdenkann bei gratis wohnen und noch ein paar anderen Vorzügen. Im Rahmen dieses sozialen Schutzraumes entsteht neben dem Platz für Synergien und die Umsetzung innovativer Projekte, wie der Entwicklung alternativer Baustoffe ( http://www.sacredgroves.in ) oder wiederverwendbarer Damenbinden ( http://www.ecofemme.org ) auch ein breites Spektrum an Workshops, Kunst und Kultur von jedem für jeden. Die Geschäftsbetreiber zahlen 33% ihres Gewinns als Abgabe an Auroville. Jede Woche gibt es ein Wochenblatt, wo alles für die Gemeinschaft wichtige, wie Einnahmen/Ausgaben, wer wie viel Müll produziert hat (nach Müll getrennt in kg/Community), etc publiziert wird.
Genug der Informationen, wir hatten hier schöne zweieinhalb Wochen, Sara fährt super Scootie und wir haben viel gesehen, wenn auch manches, wie z.B. die überall präsenten Bilder der „Mutter“ (was einleitende Assoziazionen weckt) oder die Esoterikfrau, die ihre Bananen vor dem Essen wertschätzend umarmt (EHRLICH!!!) etwas gewöhnungsbedürftig war.
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Zukünftige Fragen, falsche Annahmen und Bangalore
Für all jene, die sich fragen, warum im überübernächsten Eintrag etwas von einer Bahnfahrt steht die Antwort schon mal vorweg. Wir haben unser Motorrad nach ca. 5500 gefahrenen Kilometern hier in Bangalore verkauft und reisen jetzt etwas indischer „näher dran an Leuten und Gestank“ weiter. Dies liegt daran, dass wir unser Motorrad für ganz sehr wirklich ehrlich viele indische Rüpel (lokale Währung) teuer für die neuen WLAN-Tankstellen umrüsten hätten müssen und wir eh bald den großen Sprung in den Norden planen, da es hier in Südindien langsam ganz schön viel Sommer (damit meine ich 40°C+ und das ist erst der Anfang) wird. Ausserdem haben wir am Highway einen Hund totgefahren und das Motorrad ist eh kaputt, während es uns gut und wieder gut geht. Wir hatten zwar ein paar Blessuren davon getragen, ist aber alles gut verheilt.
Für all jene, die der Annahme sind, dass Bangalore die Heimatstadt des Bhang ist, kann ich sagen dass dies falsch ist und verweise gerne auf den überüberübernächsten Blogeintrag.
Sonst gibt es zu erwähnen, dass dieses Lied https://youtube.com/watch?v=H_MmRTmO8bc wahnsinnig gut zwischen Kinowerbung und jeden Film passt. Zugegeben ist dieser Patriotismus etwas albern, aber alle stehen dazu auf und singen fröhlich und lautstark mit rechter Hand am Herz mit. Stolz sollten sie auf ihre fantastischen Sagars sein, wo man sich, wenn man es geschafft hat sich durch den vielen Verkehr (wirklich viel, also sogar viel im Vergleich zu indischen Großstädten) dorthin zu wühlen, für kleines Geld mit indischen Leckereien den Bauch vollschlagen kann.

die letzte Salbung

WLAN-Tankstelle (bereits zu ⅔ umgerüstet)


Grün und blau, schmückt die Sau…

Melancholie


wichtiger Hinweis

wichtigerer Hinweis
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Liebe Freundinnen und Freunde,
ich habe gerade die Petition ‚Neues Polizeiaufgabengesetz (PAG)‘ unterschrieben und würde mich sehr freuen, wenn ihr auch mitmacht.
Je mehr Menschen die Petition unterstützen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Erfolg hat. Hier könnt ihr mehr über die Kampagne erfahren und unterzeichnen:
https://weact.campact.de/petitions/neues-polizeiaufgabengesetz-pag?bucket=up-18-03-29-po-by-sozeu
Vielen Dank!
…und jetzt noch ein bisschen was von da, wo der Pfeffer wächst…

grüner Kaffee
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Der Besuch zweier Götzenfeste (Maha Shivaratri in Dharmasthala und Mahamastakabhisheka in Shravanabelagola)
Wer denkt auf Rock im Park geht’s ab, der täuscht sich, oder sagen wir wertfrei: es ist anders. Zuerst waren wir auf Maha Shivaratri, ein Festival der Hindus zu ehren Shivas in Dharmasthala, einer ca. 800 Jahre alten Stadt, welche speziell nur für Pilger der Zukunft gebaut wurde. So hatte der Stadtvater D. Harmas Thala bereits vor der Erfindung des Hotels die Vision ebensolche in geballter Anordnung an einem geheimen Ort in Karnataka zu erbauen. Da ihm nach kurzer Zeit wegen seiner Spielsucht die Rupien ausgingen (er war versessen in Kuhwetten, wobei es dabei nicht um die Geschwindigkeit ging mit der die Kuh eine bestimmte Strecke zurücklegte, sondern die Anzahl der ihr folgenden Gläubigen), machte er das Projekt publik und ging mit seiner Unternehmung als Tochterunternehmen der von seiner Mutter geleiteten Firma Standarttempel Indien&SöhneAG an die Börse. Der Name der Firma machte überhaupt keinen Sinn, da sie damit warb, Individuallösungen für jeden erdenklichen Tempelwunsch anzubieten. Zurück zu D. Harmas Thala und seiner Stadt. Das Unternehmen ist geglückt, die Synergien haben funktioniert und die Hotels ziehen, während sich die Einwohnerzahl lediglich mit einer Dunkelziffer begnügt, täglich um die 10000 Gäste an und an sämtlichen öden Flecken, wo diese ihre Zeit fristeten, hat Mutti mittlerweile einen Tempel hingebaut. Da D. Harmas Thala’s Urururururururururgroßneffe Eventmanager ist, lässt er es sich nicht nehmen, einmal im Jahr zu einem großen Festival zu laden. Die Infrastruktur hierfür ist maximal mangelhaft und so kommen die meisten Gäste oft weite Strecken zu Fuß (bis zu mehrere hundert Kilometer). Der Ort ist zu dem Event vollkommen überlaufen mit buntest gekleideten Menschen, welche gerne im Fluss vor der Stadt noch ein schnelles Bad nehmen. Überall in der Stadt sind Essen- und Souvenirstände, die Menschen lachen, quatschen miteinander, besuchen Heiligenstatuen oder kleine Tempel und stehen gerne 3 bis 4 Stunden an, um durch den Haupttempel geleitet zu werden. Abends lauschen alle verschiedenen Musikdarbietungen, klatschen und tanzen oder sind erschöpft von den Strapazen des Tages (oder dem Bhang) und liegen überall neben, auf und in den Straßen herum und schlafen. So war dieses Jahr zu Maha Shivaratri, trotz unzähliger Festivalteilnehmer nur ein einziges Hotelzimmer, wohl von zwei westlichen Luxusverweichlichten, belegt. Zu guter letzt haben wir dort noch 3 lustige Yogastudenten kennengelernt und uns in deren Wohnheimzimmer mitnehmen lassen um bei Tee, Musik und guter Unterhaltung ein paar Stunden miteinander zu verbringen.


viele Menschen

viele Farben

viel gute Laune
Mahamastakabhisheka hingegen feiern die Jains alle 12 bis 13 Jahre in Shravanabelagola. Bei ihrem Fest spielen sie die Salbung der 17m hohen monolithischen Gommateshwara Statue (Bahubali heißt der Gott), indem sie diese von einem eigenens dafür gebauten Gerüst eine Woche lang mit Ghee (Butterschmalz), Milch, Mehl, Farbe und Gold(münzen) übergießen. Auch hier ist die Hölle los und um sich das ganze anzuschauen muss man so ca. 5 bis 8 Stunden Anstehen in der prallen Sonne einkalkulieren. Naja, wir nicht, weil drängeln Ehrensache ist. So haben wir die ganze Schlange geschickt umlaufen und es geschafft unter Angabe fadenscheiniger Gründe den Trägeraufgang nutzen zu dürfen und uns in insgesamt ca. einer Stunde die 620 Stufen raufbewegt. Leider waren einige indische Hitzköpfe mit unserem Versuch das letzte Stück durch die Nutzung der abwärts führenden Treppe (Ausgang) zu beschleunigen nicht wirklich einverstanden und so mussten wir direkt vor dem Tor und dem nach unserem Blut lechzendem Mob umdrehen. Nichtsdestotrotz haben wir es sehr genossen und hatten viel Freude an der vorherrschenden Stimmung und den verschiedenen neuen Eindrücken inklusive Naggerder.

17m Gommateshwara Statue – ein ganzer Kerl


Gheejungen

Gheebulle

Träger

Stink Fauli

Finde den Schlingel

Ein langer Rücken kann auch entzücken 😉
! ! ! Gegendarstellung ! ! !
Wir haben es gerade an der Ostküste bei Pondicherry Richtung Norden fahrend ausprobiert. Es ist absolut gleich, bis auf das Fehlen der küstennahen Inseln. Zwischendrin gab es auch ein paar Sachen zu bewundern, siehe nächste Beiträge.
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Wenn man so eine Westküste entlang Richtung Süden fährt, ist rechts immer nur Wasser. Dies ändert sich lediglich, wenn man sich mal umdreht oder zufällig an Inseln, wie zum Beispiel den St. Marys Islands mit ihrer säulenförmig gewachsenen Lavagesteinstextur vorbeikommt. Anders, neuartig, schön.



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Hier noch 2 kleine schöne Jugaads zum vorläufigen Ende der Jugaad-Serie.

Wasserhahn repariert vor 2 Jahren und läuft und läuft und läuft…

Jugaad „Fast Food Restaurant Logo Design“
Nachdem 2 Buchstaben der Shop-Beschriftung der beliebten Trinker-Imbiss-Oase „alki bay“ auf mysteriöse Art und Weise verschwanden improvisierte der Budenbesitzer mit wertlosen in der Nachbarschaft gefundenen unförmigen pommesgelben Dingern. Egal, der Laden läuft – sogar Batman schaut ab und zu mal persönlich vorbei.
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jugaad „Straßenpfosten“ – der Einsatz von Kühen (man beachte das Signalband am Horn) in verschiedenen urbanen und ruralen Gebieten hat viele Vorteile. So kann eine markierte Kuh Leitpfosten im Radius von ca. 100m ersetzen. Leider bewegt sie sich manchmal auch abseits der Straße, was zu vermehrten Unfällen bei Dunkelheit führt.
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Wie schon in der Überschrift erwähnt, ist der Inder an sich ein großer Abenteurer. Während wir westlich geprägten Langweiler uns Gedanken über Gefahren, Sicherheit und vielleicht sogar deren verTÜVte Standards machen geht man es hier etwas entspannter an. So gibt es hier die Mentalität des kollektiven jugaad („jugaad“ ist ein indisches Wort für eine aus der Not geborene Improvisation, was auch eine Innovation darstellen kann). Zumeist sind diese jugaads lebensgefährlich, werden aber auf wundersame Art und Weise von Allen und Jedem überlebt. Elektrogeräte ohne Stecker – kein Problem, die Kabel passen auch so in die Steckdose (um sie hinein zu stopfen nehme man original-indisch eine Kugelschreibermine) oder ein Loch im Fussboden ist gut und gerne mit 8mm Sperrholz abzudecken. Warum dabei so wenig passiert, wissen wahrscheinlich nur die verehrten Götter. Die sind natürlich auch in sämtlichen anderen Lebensbereichen hilfreich und schützend zugegen. Wie Uli schon geschrieben hatte ist der Straßenverkehr ein gutes Spielfeld um seine Götter zu testen – nachts ohne ihn Licht fahren, wenn man mit Helm am Motorrad unterwegs ist, dann hat man diesen lässig am Spiegel hängen, abbiegen ohne zu blinken, bremsen und schauen: alles ganz normal. Auch entkräftet der Glaube durch eine allgemein verbreitete Gegendarstellung sämtliche Gerüchte, dass jemals ein Mensch von einer Kokosnuss getroffen/verletzt/getötet worden sein könnte. (hier ein Link zu den Fakenews: http://reisefreak.de/vorsicht-fallende-kokosnuss-von-einem-der-sie-ueberlebt-hat/).
Um sein Abenteurertum zu unterstreichen macht ein echter Inder im Gegensatz zu uns Vielleicht-ein-mal-im-Jahr-Grillern jeden Tag ein kleines Lagerfeuer unter verschwenderischem Einsatz seiner kompletten Müllreserven. Erfahrungsgemäß hat Kunststoff den besten Brennwert. Allerdings wird durch das mehrheitliche Leben in einer vegan-vegetarischen Grauzone das Lagerfeuer nur selten und fast nur in brennstoffarmen Slums…ähhhh…Gegenden zur Speisenzubereitung genutzt, aber es verbreitet neben einer „guten Atmosphäre“ auf jeden Fall schwarzen moskitovertreibenden Qualm, einen Heidengestank und brennende Augen. Es würde hier allerdings niemals jemand auf die Idee kommen in geschlossenen Räumen, wie etwa in Hotelzimmern, oder gar im Zug zu grillen, aber das ist „zufällig“ ja auch verboten. Wer kommt denn auf so was? (h)

– Schild aus einem Zug –
Ihr Spinner!
Norbert!
Wow das klingt ja toll!!!Nach Indien will ich auch unbedingt mal hin!
Recht schlau werde ich nicht daraus, aber „des deutschen Bürgers 0“ gefällt mir:
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Im Mallilant Pant Park in Nainital gibt es Rikschas von Geschichten der Regierungsverwaltung.
Die Arbeit des Scheins ist zur Zeit im Tierkreis. Ravi ShankaranAdishMahidir Singh ist auf der Ghanshosekaye 8
Während der Himmelfahrt Er hat gesehen, wie Arbeiter während der Arbeit gearbeitet haben (das ist 8 (_.
Leo Revunde zusammen mit den Arbeitern. Der ADM sah auch die Arbeit des deutschen Bürgers 0 ist
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Quelle:
http://www.i2ocr.com/free-online-hindi-ocr und Google Translate
GEGENDARSTELLUNG: ich werde das Gefühl nicht los, dass eure Seite gehackt wurde – es wird nur noch Blödsinn verbreitet!!!
Habt Ihr keine Zeit oder seid ihr in Kaffee-Exportverhandlungen mir spinnerten Finnen an eurer Seite völlig im Stress?
99,874% der KW weiß nichts von diesem Reisebericht und noch immer höre ich Fragen wie: „wie gehts denn Uli auf seiner Reise?“ und „warum sieht man das Hurgl auf keinem Treffen mehr?“. 60 % MEINER Zeit auf 1. rev. Mai / Treffen geht drauf, um euren Reisebericht zu bewerben – kommt mal in die Gänge und verzapft neue Fake-NEWS oder POESIE, sonst bleibe ich in Zukunft stumm wie ein Grab – ÜBERLEGT EUCHS!
Grüße, wegen mir auch liebe
SAUERthorsten
Seid ihr denn nun schon im kühlen Norden?
Ich, der Klicktroll hat unwesentlich zugeschlagen – seid ihr nun zufriedener? Lechze nach neuen Nachrichten; dass ihr/du die Lust verlierst, für 3 Gefolgte zu schreiben, kann ich verstehen, bitte aber inständig um neues Futter!
Grieße euch, Thorsten
Nee, so ist das nicht. Eigentlich macht es mir riesigen Spaß mir Geschichten auszudenken und dumme Ideen zu haben, auf die bestenfalls sogar noch Leute einsteigen. Folgende Geschichte ist ebenfalls frei erfunden und jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen wäre rein zufällig:
Ich kenne einen thorstalen Spinner in Nürnberg, der nichts besseres zu tun hat, als 59mal auf den gleichen Link zu klicken. Du Troll!
Bloggst immer besser, große Poesie die neuesten Beiträge!
धन्यवाद
Musste halt erst üben. Es ist noch kein Pööt vom Himmel gefallen.
Mir ist natürlich das ACAB-Foto aufgefallen: dass das jetzt auch grüne Kaffeebohnen sein sollen, verwundert mich doch sehr!
Äußerst unterhaltsames Geschreibsel, da muss man einem Franken danken!
Liebe Grüße aus der Heimat
Thorsten
Danggschee
schön, dass es weitergeht & Alles Gute weiterhin
&
gute Besserung für die vorzeitigen Rückkehrer
Grüße da lass