10.7.2013 Kiew
Heute wollten wir uns in die Grossstadt stürzen. Aber da gestern ein paar Ungereimtheiten mit Uli’s Rosa Honda bezüglich Stromversorgung war, mussten wir uns erstmal darum kümmern. Also wartete Uli vorm Hochhaus auf den Typen mit der Batterie, sehr lange. Er kam nicht. Danach holten wir uns Tipps von der Hotelmanagerin bezüglich Kiew. Da sie gestern auch beim Treffen mit dem Batteriemenschen dabei war und diesen kannte, stand die Batterie nach unserem ersten Stadtrundgang im Hotelzimmer. Freude, nicht nur über dessen Ankunft, sondern auch das die Batterie farblich zum Motorrad passt – fast ROSA! Sieht leider keiner im eingebauten Zustand.
Kiew: So war der Vormittag fast verstrichen. Ein Tipp war die Möglichkeit einer Free Tour Führung durch Kiew. Diese fing am Maidan (Unabhängigkeitsplatz) an und ging knapp zwei Stunden, zu Fuß. Bergauf und runter. Uli hat das ganz tapfer weggesteckt!!!
Zurück am Hotel machten wir uns über die Motorräder her. Maik Kettenspannung, Uli Batteriewechsel. Soweit so gut. Uli ist aber von der Batterie nicht so überzeugt, dass damit der Fehler beseitigt ist. Und so gehen ihn viele Möglichkeiten durch den Kopf, groß genug isser ja.
Später sind wir Richtung Dnepr gegangen und haben den Abend mit Bier und Pasta empfangen.
11.7.2013 Kiew
Nach dem Frühstückskaffee sind wir mit der Metro und der Schienenseilbahn zur Michaeliskirche, dann zur Andreaskirche und dann weiter den Andreassteig herunter.
Unterwegs haben wir massenweise Souvenirs eingekauft, vor allem Maiki. Dann wieder mit der Metro weiter zum botanischen Garten. Nach dem Mittagessen dann zur Volodomir-Kathedrale, nicht schlecht, aber den hohen Vorschußlorbeeren konnte sie nicht gerecht werden.
Ursprünglich hatten wir vor, um 16 Uhr noch bei einer Free-Tours-Führung mitzumachen, aber das war uns dann zu viel. Also zurück zum Hotel, Siesta. Am Abend ging es dann in den Hidro-Park, trinken, essen, Leute schauen.
12.7.2013 Kiew, Dritter Tag
Da es in Kiew sehr viel zu sehen und zu erleben gibt, hatten wir uns gestern entschlossen einen Tag zu verlängern und dafür Lviv zu streichen. Den Tag begangen wir sehr geistlich, mit dem Höhlenkloster. Ausstieg an der Metrohaltestelle Dnipr und das Ufer rauf. 10.00 Uhr und schon brennt die Sonne. Vor dem Klostertor die erste Weihe, die eines neuen Autos.
Drinnen schöne Gartenanlagen den Berg entlang. Rechts und links kleine und große Kirchen und Kapellen. Die ersten Popen begegnen uns. Wie aus einer vergangenen Zeit, seltsam.
Rein in die erste heilige Höhle. Enger Gang, sehr niedrige Höhe und reichliche kleine Buchten beidseitig des Ganges mit Resten von Heiligen, oder so. Am Eingang wurden Kerzen verkauft. Wir dachten für die üblichen Danksagungen der Gläubigen. Denkste, nicht nur. Die hatten eine Doppelfunktion, die sollten einen auch den Weg in den Höhlen erleuchten, nicht nur den Geist. Nachdem wir mehrmals stockfinster durch die Gänge stolperten und nur an einigen HeiIigensärgen „erleuchtet“ wurden, liehen wir uns (jeder eine) von einem herumstehenden Leuchter kurzer Hand welche aus. Am letzten Leuchter vor dem Ausgang „stifteten“ wir die Kerzen wieder den Heiligen.
Gleich um die Ecke ist das Areal der „Mutter Heimat“. Zu Ehren der sowjetischen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. Der Platz wurde mit entsprechender Musik beschallt. Auch die Militärtechnik von damals und heute fehlt nicht. Von dort oben hat man einen sehr schönen Blick auf das wieder aufgebaute Kiew. Durch den unerwarteten harten Widerstand der Kiewer gegen die Deutschen, haben die Deutschen nach der Einnahme brutal gewütet.
Da die öffentlichen Massenverkehrsmittel (Metro, Trolleybus,Tram, Marschutky) hier sehr gut ausgebaut sind, haben wir uns in den nächsten Bus gesetzt, der uns in Richtung Innenstadt zum sogenannten Chimären-Haus bringt. Gleich gegenüber dem Präsidentenpalast.
Zum Schluss machten wir eine kleine Flusstour auf dem Dnepr.
In der Früh machten uns die sehr freundlichen jungen Damen von der Rezeption auf ein heutiges Spezielloffers bei der „Mafia“ aufmerksam. Nein, kein Sonderangebot für Auftragsmorde. Naja, der eine oder andere fiel uns schon ein. Jedenfalls gab’s dort einen halben Liter Wein und einen Meter Pizza für weniger als die Hälfte, wie sonst regulär. Für 79,- Griwna (179,-Griwna), rund 8 €.
14.7.2013 Kiew (km 209000) nach Rivne
Nach dem Zusammenpacken (irgendwie wird es immer mehr???) haben wir uns mit einer Schachtel Pralinen vom Überaus freundlichen Hotelpersonal verabschiedet. Dann begann die Bastelstunde – nach Vorhersage sollte es regnen, Tat es aber nicht. Wir Bauten Ulis alte Batterie in Maiks Moped, um sie zu laden, aber es stellte sich heraus, die ist tot. Also wieder abgebaut. Dann zu Ulis oller Kiste. Mit der neuen kleinen Batterie zeigte das Messgerät 17 Volt, das kann nicht gut sein. Wir suchen und finden einen völlig verschmorten Stecker zwischen Lima und Regler. Auch das kann nicht gut sein.
Der Stecker wird herausgeschnitten und überbrückt, aber Voltmeter zeigt keine Veränderung. Es sieht so aus, als würde der Regler nicht mehr regeln und allen Strom ins System blasen, da spinnt die Elektronik und die Batterie kocht, und so ist wohl auch die alte verstorben. Also wird der Stecker des Reglers ausgesteckt und wir fahren auf Batterie los, so was geht locker über hundert Kilometer. Als das Voltmeter Schwäche der Batterie anzeigt, wird der Regler wieder für einige Kilometer angeschlossen, bis die Batterie wieder erstarkt ist. So gelangen ohne Probleme, die letzte Stunde im Regen, in das Provinznest Rivne, unser geplantes Etappenziel. Wir sind jetzt auf dem Heimweg, keine weiteren Sightseeing-Stops sind geplant, Dienstag wollen wir abends im Café Express aufschlagen und unsere glückliche Rückkehr aus dem bösen, gefährlichen Osten feiern, hoffentlich klappt das mit der Batterie.
15.7.2013 Rivne (Ukraine) nach Rzeszow (Polen) km 209753
Halb neun fuhren wir los, und kurz danach kam der Regen, erst nieselnd, dann heftig. Und er hörte erst gegen 2 auf, als wir völlig durchnässt an der Grenze zu Polen ankamen. Leider ging es nicht so schnell wie erhofft, erst nach 2 Stunden waren wir durch. Dadurch und wegen dem Regen sind wir nicht so weit gekommen wie erhofft, aber nach 9 1/2 Stunden war es einfach genug. Jetzt sind wir im Hotel, haben gegessen und getrunken und werden wohl früh schlafen gehen.
Strassenbekanntschaft aus Polen in der Ukraine, kurz vor der Grenze nach Polen
16.7.2013 Rzeszow nach Brno, km 2102xx
Schon gestern haben wir beschlossen, das wir uns auf dem Rest der Reise nicht mehr waschen. Wir sparen Wasser, Seife und Handtücher. Und morgens um halb neun kommt sowieso der Regen und duscht uns komplett. Noch dazu kalt, 15 – 17 Grad, das macht richtig munter. Da spart man sogar das Geld für den Kaffee am Morgen. Oder man braucht ihn zum Aufwärmen???
Bei Uli’s Motorrad staunen die Frauen , Brno
So auch heute. Strömender Regen, zeitweise richtig heftig, bis kurz vor der Grenze nach Tschechien. Heimatliche Gefühle werden wach, Von dort sind es ja auch nur noch ungefähr 700. Das Voltmeter an Ulis Moped zeigt immer neue Kuriositäten, aber die kleine 9 Ah Batterie in Ulis Moped hält immer noch, dafür hat der Tacho(Antrieb?) kurz vor der 10000 km Marke (9983) aufgegeben. Und an Maiks Moped schlackert die überlange Kette um’s Kettenrad, dessen Zähne immer spitzer werden, nicht mehr lange, und jeder Haifisch wird neidisch.
Jetzt sind wir jedenfalls in einem Hostel in Brno, nette Leute, viel Spaß, eigentlich besteht keinerlei Veranlassung, nach Nürnberg zu fahren.






















