Russland Teil 1

Start in Nürnberg bei Regen

29.5.2013 Nürnberg -> Slubice (Polen) km 200067 -> 200576 (Motorrad-Kilometerstand Uli)

Erste Etappe geschafft. Sind in Slubice bei strömenden Regen gut angekommen. Haben uns ins Hotel Anka einquartiert. Klamotten zum Trocknen im ganzen Zimmer zum aufhängen verteilt, damit diese wieder morgen genauso nass werden können wie heute. So einen Regen, nur mit kurzen Unterbrechungen auf 500 km, hat selbst der Globetrotter Uli beim Start noch nicht erlebt. Und morgen versuchen wir erneut die trocknen Flecken im Wetter zu erwischen, bis Warschau.

31.5.2013 Slubice -> Warschau km 201067 (Motorrad-Kilometerstand Uli)

Gestern in Slubice ein Start bei Nebel und ohne Regen, dass war schon mal gut. Bis Warschau nur kleine Regenschauer, dann trocken. Gleich nachdem wir unsere Klamotten im Hostel verstaut hatten, ab in die Warschauer Altstadt.

Kirche in der Warschauer Altstadt

Pizza in Warschau-Altstadt

Da der Körper Energie braucht, war eine Pizza fällig. Mit Durchmesser 62 cm! Beim Rückweg fiel uns noch eine kleine Flasche Zubrowka (Für nicht Insider Wodka mit Bison Grass) in die Hände. Gegen halb eins nachts war diese endlich leer und wir konnten (oder mussten) ins Bett.

Wie kam diese Beule in Maik’s Koffer? Kann’s einfach.
Wir stehen an der Mautstation und die Schleife im Asphalt reagiert nicht auf Maik’s Motorrad, um die Schranke zu öffnen. Also fährt Uli vor, um uns den die Schranke zu öffnen. Klein Maiki kann nicht warten und gibt Stoff. Somit waren in der Enge der Mautstation mindestens zwei Alukoffer sehr nah und der eine Koffer wollte über den andern hinweg fahren. Das geht nur, wenn etwas nach gibt und das war Maik’s Koffer.

31.5.2013 Warschau ->Terespol km 201285

Heute, nach kurzem Kopfschütteln, um den Wodka zu verbannen, und nach einer oder zwei oder drei Tassen Kaffee, ging’s auf die Bahn Richtung Brest. Nach nur gut 200 km haben wir uns in einem kleinem Hotel auf einem Truckerparkplatz einquartiert.

Morgen gehts nach Belarus.

1.6.2013 Terespol -> Brest (Belarus) km 201338

Nachdem das Handy gegen 7.00 Uhr geklingelt hat und das Frühstück uns zu neuer Energie verhalf, machten wir uns auf den Weg zur polnischen/weißrussischen Grenze. Auf der polnischen Seite ging dies ziemlich flott. Da für Personen aus dem Euro-Raum eine eigene Abfertigung existiert. (ein Tipp von einem freundlichen Russen aus der langen Schlange). Das dauert eine rund 20 Minuten. Die restlichen drei Stunden brauchten wir bei den belorussischen Beamten. Und 4 Euro „Zwangsumtausch“, die altdeutschen Bürger wissen was gemeint ist. (Kommentar des Ossi, aus der gemischtdeutschen Reisegemeinschaft)

Natürlich zogen wir interessierte Blicke von den verschiedensten Leuten auf uns, als wir alle an der Grenze auf Abfertigung warteten. Einige fragten uns woher und wohin, was für Motorräder das sind. Dann hörte man Reaktionen von super bis crazy, die zwei Deutschen. Zum Schluss wünschten wir uns gegenseitig Gute Weiterfahrt und einige für uns viel Glück!

Brest begrüßt uns mit feinstem Sonnenschein. Erstmal mit dem einheimischen Zahlungsmittel versorgen. Ich zog mir 150 000 aus dem Bankomat. Das sollte erstmal bis und für Minsk reichen. Aber Uli war gierig: Mit nur einer Bankautomat-Abhebung wurde er schlagartig zum Rubel-Millionär (ca. 90 €).

In der ersten Gastiniza (Hoteltypus unterer bis mittlerer Klasse) hatten wir kein Glück und alles war belegt. Aber der Portier bot seine Hilfe zur Suche einer Übernachtung für uns an. Und kurze Zeit später hatten wir ein Zimmer mit Frühstück zu einem guten Preis, ziemlich zentral. Dort hin, alles klar gemacht und dann gleich zur Festung von Brest. Diese Festung wurde von den sowjetischen Verteidigern der Roten Armee, nachdem deutschen Überfall auf die Sowjetunion, durch einen hohen Blutzoll 4 Wochen gehalten.

2.6.2013 Brest -> Minsk km 201745

Die Fahrt nach Minsk war recht eintönig. Autobahn, aber auf weißrussisch. Immer und immer wieder Fußgängerüberwege (Zebrastreifen mit Blinkenden Warnschildern), sowie Ortsdurchfahrten. Natürlich vierspurig und gut ausgebaut. Dort sollte man die vorgeschriebenen 60 km/h einhalten, jedenfalls machen das die Einheimischen. Denn unterwegs sind nicht nur PKW’s und Lkw’s, sondern Radfahrer, Leute zu Fuß, Kühe am direkten Straßenrand, Traktoren und andere landwirtschaftlicher Nutzfahrzeuge, sowie Angler auf dem Nachhauseweg. Solch eine Rücksichtnahme wie hier, in Deutschland, wäre das entspannend. Bei Auffahrten, z.B. bei Autobahntankstellen, kann es passieren, dass einem ein Radfahrer entgegenkommt. Ansonsten sind wir durch einige Regenschauer gefahren, waren aber bald wieder trocken (Sonne). Der Wind machte, hin und wieder von der Seite, uns an.

In Minsk, eine sehr imposante Stadt, mussten wir uns zu unseren vorläufigen Ziel, den Weg mit Hilfe des Sonnenstandes suchen. Da jede Navisoftware einen weißen Fleck hat, wo Belarus ist. Zwar im Zentrum angekommen, aber noch keine Unterkunft. Nach ein paar hilflosen Versuchen der Suche und Preisvergleiche, standen wir vor einem Hotel auf dem Boulevard. Wir legten uns gerade einen letzten verzweifelten Plan zurecht, da trat ein grauhaarigen Mann an uns heran und fragte uns auf deutsch ; da er die Kennzeichen gesehen hatte; ob wir eine Unterkunft suchen. Wir bejahten. Er stellte sich kurz vor und sagte das er Niederländer sei und in Minsk lebe. Sogleich bot er seine Hilfe bei der Suche an. Er griff zum Telefon und rief ein Freund an, Osama aus Syrien. Diese zwei freundlichen Menschen (Foto unten) führten uns zu einem Hostel, welches wir in diesen und dem nächsten Leben nie gefunden hätten. Direkt in der Altstadt (www.hosteltraveler.by), super Location. Danke noch mal an die Zwei.

3.6.2013 Minsk

Heute morgen haben wir erfahren, dass es zwischen Belarus und Russland keine Grenzstationen gibt und folglich der erwartete mehrstündige Aufenthalt entfällt (Zollunion). Wegen dieser Zeitersparnis sind wir in Minsk geblieben und haben die Stadt erkundet. Ein länger Spaziergang an der Svisiach direkt im Zentrum, dann Kaffee auf der Einkaufsmeile. Dann in die berühmte Altstadt, aber die hat unsere Erwartungen nicht ganz erfüllt. Minsk ist durch die deutsche Wehrmacht zu 80 % zerstört worden.

Nachmittags gehen wir dann in die andere Richtung und sehen Theater/Oper/Ballett (ein Gebäude), Palast der Republuk, Staatszirkus usw. Meist sind das Bauten aus der Sowjetzeit im Neoklassizistischem Stil: Große, graue, protzige Betonbauten. Maik gefällt es, Uli weniger, auf jeden Fall aber interessant. Zum Abendessen haben wir uns Pelmeni gekauft und wollten sie in der Hostel-Küche zu bereiten, aber die Herbergs-Mama hat das sofort in die Hand genommen und uns gezeigt, wie man es richtig macht. Hat sehr gut geschmeckt.

4.6.2013 Minsk -> Smolensk km 202091 (Motorrad-Kilometerstand Uli)

Minsk ist nicht wirklich klein, wir brauchen eine gute halbe Stunde, um raus zu kommen. Dann geht es über die fast schnurgerade Autobahn, die Landschaft ist leicht hügelig und dünn besiedelt. Es gibt Felder, große Wiesen und endlose Wälder. Nach ca. 300 km kommen wir an die Grenze, die kaum zu erkennen ist.

Russland ist garnicht weit von Nürnberg, keine 2000 km, bis nach Moskau nur 2400 km, da ist Südspanien weiter! Maik kriegt eine Mopedversicherung (27 €), dann weiter nach Smolensk. Das Navi führt uns zur Adresse des reservierten Hostels, aber zuerst können wir es nicht finden.

Nach längerer Suche entdecken wir die nicht besonders tolle Absteige im Keller eines Hinterhauses, aber für 2 Nächte muss das reichen.

Smolensk

Es war ein schöner Sommertag, aber auf dem Weg zum Essen erwischt uns ein Platzregen. Nach 20 Minuten ist alles vorbei, das kennen wir schon, das warten wir einfach ab, wir haben ja Urlaub, Zeit und gute Laune.

5.6.2013 Smolensk (http://de.wikipedia.org/wiki/Smolensk)

Smolensk wird heuer 1150 Jahre alt, wenn wir es richtig verstanden haben und es stimmt. Heute haben wir die Innenstadt erkundet. Die ist nicht sehr groß, von Smolensk. Das beeindruckendste ist die Maria-Entschlafens-Kathedrale, ansonsten gibt es verschlafene und halb verfallene Ecken, aber auch Hauptverkehrsadern mit vielen Staus, Parks mit jeder Menge an Denkmälern für alle Kriege, Helden und großen Herren, die es jemals hier gab. Insgesamt aber eher eine beschauliche Provinzstadt, was die Altstadt betrifft.

Aber die teilweise erhaltene Stadtmauer (sprich Kreml-Mauer) ist sehr imposant und muss in Ihrer besten Zeiten mächtig gewesen sein. http://de.wikipedia.org/wiki/Smolensker_Kreml

Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit, das Wetter ist sonnig und wir sitzen jetzt abends in einem Park, hören klassische Musik, politisieren und trinken Bier. So läßt man sich das Leben gefallen

6.6.2013 Smolensk -> Moskau km 202503

Wenn ihr wissen wollt, wie es uns geht, dann müsst ihr wissen, das wir betrunken sind, wie 2 richtige Russen. Deshalb dürft ihr auch gerne Fehler in diesem Abschnitt finden und sie kostenlos behalten. 400 km geht es durch extrem dünn besiedeltes Land von Smolensk nach Moskau, wie in Belarus, aber noch ausgeprägter. Und dann kommt der 12 Millionen (oder so) Moloch Moskau. Für die letzten 50 km in der Rush-Hour haben wir ca. 2 Stunden gebraucht, anstrengendes Stop and Go, aber nicht wirklich schwierig. Und wir haben unser gestern gebuchtes, günstiges Hotel auf Anhieb gefunden, ganz in der Nähe des botanischen Gartens.

Dann sind wir Usbekisch Essen gegangen und auf dem Rückweg einer Handvoll russischer Arbeiter in die Arme gelaufen, die wir schon im Hotel gesehen hatten.

Das heißt: viel Bier trinken, dazu Nuss-Zeugs und getrocknete Fische, zum Glück (für mindestens einen von uns) kein Wodka. Natürlich lief ein bisschen Abzocke, aber das ist OK, und wir haben uns in angemessenem Rahmen und gut gelaunt aus der Affaire gezogen, den Russen hat’s auch gefallen. Jetzt sind wir auf dem Zimmer und pflegen unseren Rausch, Bilder dazu wird es nur wenige geben ;-)))

Uli, Vladimir, Maik, ?, Vasili (Foto Pawel)

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