Indien 2017/2018 (Gastbeitrag)

Wir waren jetzt rund 1 Woche ohne Netzverbindung, macht euch keine Sorgen um Irmi, ihr geht es (ziemlich) gut, und um mich macht sich sowieso keiner Sorgen, ich weiß schon, verrecken soll das Sackgesicht, aber das geht nicht so einfach. Ausserdem wird der Blog zu lang, zu hohe Ladezeiten, deshalb geht es jetzt mit Teil 2 weiter!

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Mit den Bullen hatten wir bisher erst ein mal persönlichen Kontakt. Man darf anscheinend über fast alle roten Ampeln fahren, aber eben nicht über alle. Das hat Hurgl dann fett bezahlen müssen, fast 3€! Ansonsten hatten wir bisher keine Kontrollen, schon gar nicht gab es Schikanen oder Korruption. Auch nicht im berüchtigten Goa.

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Über den Verkehr in Indien ist schon viel bekannt, deshalb fasse ich mich kurz. Jederzeit und überall muss man mit ALLEM Möglichen und Unmöglichen rechnen, volle Konzentration ist angesagt! Die Inder fahren chaotisch und sehr risikoreich. Ca. 19 Verkehrstote pro Jahr auf 1 000 000 Einwohner sprechen eine deutliche Sprache. In D sind es ungefähr 4 mal weniger, und das bei deutlich höheren Geschwindigkeiten. Ich vermute, bei den übrigen Unfällen ist der Faktor noch weitaus höher. Ich hatte schon 2 mal leichten „Feindkontakt“, nix passiert, aber ein mal hätte mich einer fast mit 70 km/h auf dem Highway abgeschossen, war knapp.

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Dienstag, 26.12. Agonda Beach

Irmi zwickt mal wieder der Bauch und deshalb bleiben wir im Guest-House, aber das ist nicht schlimm, es ist schön hier. Ich hole uns was zu Essen und Trinken und genieße den Tag faulenzend auf der Veranda.P1050647

Weihnachten, 254.12. Agonda Beach

Nach dem 4.Frühstückskaffee machen wir uns auf den Weg nach Paniji, Hauptstadt von Goa, gut 80 km, dort sind wir mit Sara und Hurgl verabredet. Treffpunkt ist das Harbour Cafe. Wir hatten an ein Cafe an der Hafenpromenade gedacht, aber nein, es kiegt auf einem Hügel im 2.Stock über eienm Spielcasino, sehr nobel. Egal, wir haben eine schöne Aussicht über den nicht (mehr?) existierenden Hafen. S + H kommen bald und wir quatschen. Uns allen geht es gut, aber wir haben unterschiedliche Pläne. S + H wollen noch längere Zeit in Goa bleiben, wir wollen uns den Süden anschauen. Also tauschen wir noch ein paar Dinge aus und gehen im Biker-Cafe Route 66 essen, dann trennen sich unsere Wege, wohl für längere Zeit. Wir bleiben natürlich per Phone und Mail in Kontakt und spätestens im Februar wollen wir uns in Bangalore treffen.IMG_20171225_133942

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Royal Enfield ist die älteste noch produzierende Motorradmarke der Welt. Irgendwo habe ich neulich einen Werbespruch von ihnen gelesen, genießen sie Technik aus den 50ern, oder so ähnlich. Das neue Modell Himalayan ist allerdings (etwas) moderner. Seit einigen Jahren haben sie Einspritzung, und damit Probleme, auch die Rechtsschaltung gibt es schon lange nicht mehr. Unsere Mopeds sind 10 Jahre alt und wirken auch mich ein wenig wie Vorläufer der Yamaha SR 500. Es sind Langhuber, die im Leerlauf ca. 200 Upm machen, man hört jede einzelne Zündung klar und deutlich. Auch sonst mögen sie hohe Drehzahlen überhaupt nicht. Aber bisher laufen sie zuverlässig. Ich bin jetzt 3,5 tkm gefahren, für das morgentliche Starten braucht man etwas Gefühl, aber es gab keine wesentlichen Probleme: Batterie ist verreckt bei Hurgl, aber geht auch mit fast toter Batterie, Träger gebrochen auf Grund des Straßenzustands, ist geschweißt, ein paar Schrauben abvibriert und 2 Birnen totgerüttelt. Ein wenig Ölverbrauch und fast überall schwitzt etwas – normal. Mich nervt eigentlich nur die Schaltung: Um die 5 Gänge haben die Konstrukteure mindestens 15 mal den Leerlauf eingebaut, unregelmäßig verteilt, nach dem Schalten weiß man nie, ob man einen Gang drin hat. Gekauft haben wir 2 Royal Enfield Bullet Machismo 500 für 1200€ pro Stück, wenn alles gut geht sollten wir sie für mindestens 700€ wieder loskriegen, zu dem Preis kann man nicht mieten!

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Heiligabend, 24.11. Agonda Beach
Das ist ein Touri-Nest, ca. 4 km schöner Strand in einer hübschen Bucht mit einer Küstenstraße, an der sich auf ganzer Länge Buden und Hotels reihen, zum Glück keine Riesensilos, meist einstöckig und mit recht komfortablen Gästehüten. Wir flanieren die Straße entlang, Souvenirs, Schmuck, Kleidung, Bars, Cafés, Restros, wie Rimini in den 70ern, nur Indian Style eben. Am Strand faulenzen wir und gehen ein wenig baden. Den Abend genießen wir auf unserer Terrasse. Die Goaner? Haben fast jedes Haus geschmückt und Krippen aufgebaut, ab Mitternacht soll gefeiert werden, und seit 20 Uhr hört und sieht man schon immer mehr Feuerwerk. In Goa, ehemals portugiesisch, gibt es viele Christen.P1050649

Von den komfortablen Gästehüten (siehe oben) hier ein Beispiel

Strand von Agonda
Samstag, 23.11. Agonda
Heute fahren wir zum 4. mal über die West-Ghats, viele Serpentinen in den Bergen, aber zu viele LKWs, um länger viel Spaß daran zu haben. Auf der Küstenstraße ist dann noch viel Verkehr und es ist heiß, ich bin schweißgebadet, als wir in Agonda ankommen. Und da, wo Booking und auch Google unser Guest-House positioniert haben, ist nur Pampa, und eine Schule, die nicht mehr in Betrieb ist. Wir suchen ewig herum, der Schweiß läuft, und mit Hilfe eines Taxifahrers finden wir es dann, etliche Kilometer entfernt. Und es ist ausgebucht, hat keine Zimmer für uns, trotz Buchungsbestätigung. Wir machen ein ziemlich dummes Gesicht, aber: Die Herbergsmutti hängt sich ans Telefon und besorgt uns ein Zimmer mit gleicher Ausstattung im Nachbarhaus, mit Preisnachlass, 13 statt 14€. Und das Zimmer ist Spitze, groß, sauber, voll ausgestattet, nur der Fernseher fehlt, jetzt können wir keine Bollywood-Filme in Hindi sehen, schade. Aber dafür gibt es die erste Klobürste, die ich in einem indischen Bad sehe. Und es gibt für einige Zimmer gemeinsam eine Küche, da kann ich Irmi morgens Kaffee machen und abends bekommt sie kaltes Bier aus dem Kühlschrank – das macht sie happy, wir werden wohl ein paar Tage verlängern.

Freitag, 22.12. Hubli
Wir wollen Richtung Goa, aber für einen Tag ist die Etappe zu lang. Es geht durch die Hochebene, fast vollständig Kulturlandschaft, aber Wildtiere gibt es dennoch, wir sehen einige Gazellen, die die Straße kreuzen. Ich komme jetzt doch noch zu meiner Übernachtung in Hubli, siehe Hinfahrt. Das Hotel ist eine ziemliche Absteige, was kann man für 11€ auch erwarten, aber dafür entdecken wir einen richtigen Biergarten: Statt der Kastanie steht ein anderer großer Baum (Riesen-Benjamin?) im Zentrum, rundherum Palmen. Wir haben einen netten Abend, quatschen mit Leuten, viele wollen uns bei irgendwas helfen und der Besitzer kümmert sich besonders um uns.IMG_20171222_124921

Zigarettenpause  im Schatten der Betonblogs

Donnerstag, 21.12. Hampi

Hampi war Hauptstadt des letzten großen Hindu-Reiches, von 12xx bis 16xx, mit bis zu 500 000 Einwohnern. Es ist UNESCO-Weltkulturerbe schon seit 1986. Auf einer Fläche von 26 qkm kann man die Reste besichtigen, und sie sind zum großen Teil außen wie innen in einem wirklich erstaunlich guten Zustand. Wir haben uns 2 Tage lang einen Teil der Anlagen angeschaut und sind tief beeindruckt. Für uns war das das Highlight unseres Indien-Trips, zumindest bisher!!!

Ich habe einige Bilder eingestellt, ein schwacher Abglanz der Realität, das muss man gesehen haben!WP_20171220_10_48_14_Pro

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Beeindruckend!

Monumental!

Fein!

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Originell!

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oder einfach nur schön!

Mittwoch, 20.12. Hampi

siehe 21.12.

Dienstag, 19.12. Hampi (habe den 12.12. 2 mal, deshalb der Datumssprung)

Das ist nicht weit, wir gehen es gemächlich an. Unser Hotel liegt optimal, nur wenige Meter von den beiden Zufahrtsstraßen zu Hampi. Wir quartieren uns ein, besichtigen das Dorf und machen ein paar Erledigungen, essen dann im Restro, das dem Hotel angeschlossen ist. Obwohl wir hier in einer Touri-Gegend sind, es kein anderes Hotel oder Restro in der Nähe gibt und die Location schon vor 10 Jahren im Lonely Planet erwähnt wurde ist das Essen gut und die Preise moderat.

Montag, 17.12. Gadag

Wir kommen spät weg, denn wir wollten uns noch mit dem Taschenfabrikanten treffen, nicht gefunden. Der erste Teil geht zügig, aber die Fahrt durch Hubli zieht sich. Ich bin angespannt: Wir haben nix gebucht und wollen zu einem Hotel, das laut Booking.com ausgebucht ist. Das erste Mal ohne Buchung zu fahren ist trotzdem etwas riskant, denke ich und möchte in Hubli bleiben, aber Irmi will nach Gadag. Also weiter, ich gebe richtig Gas, will nicht im Dunkeln ankommen. 17:30 sind wir in Gadag, 18:00 wird es dunkeln. Das Hotel zu finden dauert wie üblich etwas, bei Einbruch der Dunkelheit sind wir da, und es hat natürlich Räume. Alles ist gut gegangen, aber so möchte ich das lieber nicht mehr haben.

Das Restro des Hotels hat entgegen der Rezeptionsaussage geschlossen, wir heuern ein Tuc-Tuc an. Der Fahrer bringt uns zu seinem Kumpel, ein Restro das von außen nicht als solches zu erkennen ist. Doch das Essen ist nicht schlecht, Bier wird geholt und später bringt uns der Fahrer wieder zurück. Alles okay für einen Zwischenstopp.WP_20171218_14_39_19_Pro

Rasthaus auf dem Weg

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Zimmer buchen

Wir haben unsere Zimmer bisher meist über Booking.com gebucht und sind mehr als unzufrieden: Die Lügen, dass sich die Balken biegen. Wir waren schon oft in Hotels, bei denen wir nach Booking das letzte Zimmer bekommen haben, aber die Hotels waren nie ausgebucht, oft fast leer. Hotels werden als komplett belegt angezeigt, haben am nächsten Tag wieder mehrere Zimmer. Es mag ja Stornierungen geben, aber so oft und so regelmäßig, das ist mehr als unwahrscheinlich. Ganze Regionen wie Hampi oder Goa werden zu 97% als ausgebucht gezeigt, nur ein paar extrem teure Zimmer, 200€, 500€, werden angezeigt. Die müssen anscheinend an den Mann gebracht werden. Wenig später ist nur noch 70 oder 80% ausgebucht.

Die tatsächliche Ausstattung der Hotels stimmt auch keineswegs mit den Angaben bei Booking überein, das wird offensichtlich nicht geprüft, so haben wir unterschiedliche Hotels gefunden, die absolut identische Fotos von ihren Zimmern verwenden. Und wenn der Gast gebucht hat, dann ist das ein verbindlicher Vertrag und er hat dann Ärger mit dem Hotel, Booking hält sich da raus.

Außerdem sind die Zimmer bei Direktbuchung in der Regel deutlich billiger.

Wir haben auch andere Seiten angetestet, Tripadvisor, Goibibo, Makemytrip, Oyorooms, …, die sind meiner Meinung nach nicht besser, eher schlechter, und liefern noch weniger Informationen.

Meine neue Strategie: Wenn ich irgendwo hin will, dann lasse ich mir Hotels zu einem Zeitpunkt weit in der Zukunft zeigen, wo praktisch alles verfügbar sein sollte. Ich wähle aus und buche, erst mit der Bestätigung bekomme ich die Telefonnummer des Hotels. Dann storniere ich kostenlos und rufe an, um nach einem Zimmer zum echten Zeitpunkt zu fragen, dass dann außerdem noch billiger ist.

Navigation

Wir benutzen Google, Microsoft und Osmand zur Navigation. Alle 3 Systeme haben ihre z.T. skurillen, z.T. fatalen Aussetzer, aber in der Kombination geht es ganz gut. Am Schlechtesten schneidet Osmand ab, was ich aus politischen Gründen bedauere, denn Open Street Map (OSM) ist ein nicht kommerzielles und in vielen Ländern ausgereiftes System und keine Datenkrake wie Google oder MS.

Karten (Papier!) benutzen wir nur gelegentlich mit großem Maßstab für den Überblick, detaillierte Karten sind teuer (relativ) und umständlich zu kriegen und wahrscheinlich bei der Drucklegug veraltet, denn hier ändert sich alles in rasantem Tempo. Und innerorts sind kaum hilfreich, denn Straßennamen werden nicht angeschrieben. Ich bewundere wirklich Leute, die in Zeiten vor Navis durch Indien gereist sind, und dort angekommen sind, wo sie hin wollten.

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Sonntag, 16.12. Kolhapur

Kolhapur ist größer als unser Nürnberg, aber im Vergleich zu den Riesenstädten Indiens geruhsam und hat einiges zu bieten, wir schauen uns den großen und bekannten Mahalakshmi-Tempel an. Hunderte von Pilgern stehen an um uns Zentrum zu gelangen, darauf verzichten wir und bleiben im Außenbereich, und das Geschehen im Zentrum wird dorthin auch per Video übertragen. Durch die Altstadt geht es dann zu einer Pause am See. Zurück im Hotel haben uns die Manager schon erwartet. Wir posieren mit ihnen und einem Blumenbukett zu einem Fotoshooting im Foyer – vermutlich werden die Bilder demnächst auf der Hotel-Homepage auftauchen. Dann schicken sie noch einen Jungen los, der ein Ladegerät für unsere Kamera-Akkus besorgen soll, vergeblich, Sonntags ist das Geschäft geschlossen.

Abends gehen wir in die Moonlight Bar. Nicht so romantisch wie der Name suggeriert, aber sehr nett. Wir lernen einen Taschenfabrikanten kennen, der uns als Werbeträger will. Wir sollen Morgen zu seiner Fabrik kommen, ganz in der Nähe. Dort bekommen wir kostenlos eine Auswahl an Taschen, mit denen wir uns an Flughäfen fotografieren sollen und im dann die Fotos schicken sollen, wahrscheinlich machen wir uns den Spaß: Galaxy und dies, Irmi und ich werden Werbe-Models, hihi!

 

 

 

 

Moped-Falschparker werden rigoros auf LKWs verladen und abtransportiert, Autos passiert anscheinend nichts :-(((

 

 

Mag ja sein, dass ich einen oder mehrere Vögel habe, aber das ist ein schönes Haus!!! :-)))

Samstag, 15.12. Kolhapur

Bis nach Kolhapur sind es nur 120 km über den Highway, das ist easy. Ich habe im Galaxy Inn gebucht, dieser Name und Regency scheinen die Standardnamen für Hotels zu sein. Kurz vor Kolhapur stellen wir fest, das Irmis und mein Navi unterschiedliche Ziele haben, einige hundert Meter auseinander, Irmi hat G Lodge, ich G Inn, und das haben wir gebucht. Ich stelle mir vor, I hätte im Lodge das Zimmer sehen wollen, und die hätten gesagt, sie wissen von nix. Da wäre mein Springteufelchen wahrscheinlich ganz schön hochgegangen. Besser nicht, Is Navi hat auch ein G Inn, an einer 3. Location, auch in der Nähe. Wir fahren weiter und suchen, und finden ein G Lodge an einer 4. Location in der Nähe, und es ist auch G Inn und das ist das beste bisher!

Wir versuchen noch ein wenig für die Feiertage zu planen, schwierig, vielleicht doch nach Hampi? Noch ein Abendspaziergang, etwas essen und dann mal wieder einn Film über WLAN im Hotel.

Freitag, 15.12. Satara
Das sind nur gut 110 km durch die Berge. Das könnte 3 oder 6 Stunden dauern, ist nicht zu kalkulieren, je nach Zustand der Straße. In diesem Fall ist es easy, schöne Gegend und relativ gute Straßen. Trotz Pausen sind wir am Frühen Nachmittag da. Aber bei I zwickt der Bauch. Auf ihren Wunsch hin besorge ich ein Abendessen a la Carte, aber anstatt es zu genießen kotzt sie es gleich wieder aus, den Aufwand hätte ich mir sparen können.
Apropos Hurgl-Held, siehe Mumbai: Das ist er höchstens zu einem Viertel, denn der Akku, den er besorgt hat, funxt, aber das Ladegerät nicht!! :-((

Donnerstag, 14.12. Mahad

I + ich machen mit Hurgls Moped einen Ausflug in die Berge, entspannend, angenehm, schön, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

 

 

 

 


Mittwoch, 13.12. Mahad
H ruft am späten Vormittag an, in welchem Hotel wir sind, er will zügig dort hin, den Sara geht es nicht gut. Ich hatte am Anfang der Reise schmerzhafte Blähungen, aber seit dem geht es mir richtig prima, I + H haben die ganze Zeit gelegentlich Probleme, vor allem mit der Verdauung, aber vor allem Sara geht es oft nicht gut. Wir nehmen die beiden in Empfang und ziehen dann in die Kleinstadt. Und erstaunlicherweise finden wir hier ein paar „Souvenirs“, die wir in den Großstädten nicht gefunden haben: Keine Massenware, kein Touri-Scheiß. Am Abend sitzen wir zu viert im Hotelrestaurant bei ein paar Bier zusammen – dass mit dem Bier erwähne ich ständig, denn es ist wirklich nicht immer verfügbar, insgesamt schätze ich, das wir weniger als jeden 2. Tag darauf Zugriff haben und dann auch meist nur 2 oder 3 Flaschen (650ml).
Wir planen, und es zeigt sich, die 2Etappen-Lösung, u.U. noch mit Pause-Tag funktioniert nicht: I + ich haben eine Location schon abgehakt, wenn S + H gerade ankommen, und dann zieht es sich noch weiter auseinander.
Meiner Meinung nach hat sich unsere kleine Reisegruppe hiermit aufgelöst. 2 wesentliche Gründe dafür: Die körperlichen Fähigkeiten sind zu unterschiedlich, ich kann pro Tag mit meinem kaputten Knie nicht mehr als 5 – 10 km latschen, und das bei gemäßigtem Tempo, darauf nimmt nur I Rücksicht, obwohl sie beim Laufen fit ist wie 2 Paar Turnschuhe. Dafür bin ich beim mopedfahren bestenfalls mal warm geworden, wenn allen anderen die Gräten lägst weh tun und das ist bei S, I und H sehr unterschiedlich.
Aber auch die Interessen sind sehr unterschiedlich, I + ich würden schon mal ein klein wenig Yoga versuchen, aber nicht mehrtägige Kurse, mich interessieren Kulturdenkmäler, Architektur und historische Bauten, für andere sind das „tote Steine“.
Wir machen jetzt also unsere parallelen Reisen, bleiben aber in Kontakt, damit wir uns gegebenenfalls gegenseitig unterstützen können.

 


Dienstag, 12.12. Mahad
Das ist nur eine kurze Etappe, ein etwas luxuriöseres Hotel mit sehr gutem WLAN. Den Nachmittag verbringen wir mit dem Versuch zu planen: Goa ist nicht mehr weit und Weihnachten auch nicht. Und über die Feiertage ist in Goa alles viel teurer und fast ausgebucht, 2000€ für 4 Nächte will ich nicht zahlen. Und in unserem möglichen Alternativziel Hampi ist es noch schlimmer. Es ist ein Fehler, in dieser Zeit dort zu sein! Wir buchen etwas halbwegs ertägliches über Weihnachten, kann man noch stornieren, danach werden wir sehen.

Montag, 11.12. Diveagar
Am Morgen richtet der Manager einen Hotspot für mich ein, so habe ich auch schon mehrmals nicht vorhandenes WLAN ersetzt, sonst wäre viel weniger im Blog zu lesen. Damit will ich unsere nächste Unterkunft buchen, aber sein Internet ist ultra langsam, es dauert Stunden. Dann machen wir eine Stippvisite am Strand und fahren dann zurück in den Nächsten Ort, durch den S + H kommen müssten und in dem unsere Telefone wieder funktionieren. Wir essen, genauer: I ist nix, ich überfresse mich und habe später etwas Bauchweh, und dann zurück zum Hotel. Dorthin kommen später auch S + H, sie sind woanders gut untergekommen und wollen noch einen Tag bleiben, aber wegen der mangelnden Kommunikation auch nicht länger.

Sonntag, 10.12. Diveagar
S + H sind schon früh los, 7 oder 8 Uhr, I + U erst nach ausgiebig Kaffee gegen 10:30. Aus Pune (2011 hatte 3,5 Mio Einw.) kommen wir gut raus, dann geht es in die Berge, entlang an einem großen Stausee, wunderschön und gute Straße. Im 2. Teil ist die Landschaft auch schön, aber die Straße wird zunehmend schlechter und die Navigation ungenauer. Wir suchen herum, aber um 16 Uhr haben wir unser Hotel gefunden: Gutes Zimmer, nette Wirtsleute, schöne Location und der erste wirklich schöne Strand, den ich in Indien sehe. Aber: Kein WLAN und unser Telefonanbieter Airtel hat hier kein Netz. Verstärkte Kommunikation ist nicht möglich. Unterwegs hat mich noch eine SMS erreicht, dass S + H gut angekommen sind. Mit dem Handy des Hotelmanagers schicke ich H eine SMS, das auch bei uns alles klar ist.

Samstag, 9.12. Pune
I + U schauen sich zuerst einmal einen besonders prächtigen Ganesh-Tempel an. Der ist toll, und viele Gläubige mit Blumen, Kokosnüssen und anderen Opfergaben stehen in einer Schlange an. Wir reihen uns ein und werden durchgeschoben, viel Zeit zum Schauen bleibt leider nicht. Fotografieren darf man auch nicht, aber von ziemlich weit hinten machen wir unauffällig ein paar Schnappschüsse. Jetzt wollen wir zur Touristeninformation, dass sollte leicht sein. Dort wollen wir nach Goverment-Shops fragen, denn die Zentral- und/oder die Landesregierungen betreiben eine Art „Fair-Trade-Shops“ mit lokalen und zum Teil auch überregionalen Handwerkspoduten, fair für die Produzenten und auch für die Käufer (Touristen), die zu einem etwas erhöhten Preis dort sicher sein können, echte Produkte zu bekommen. Aber so leicht ist das nicht, wir finden nach einigem hin und her nur die Verwaltungsstelle für die Touri-Büros in einem riesigen Komplex, und die hat geschlossen :-((. Wir geben auf, zurück ins Hotel und dann wieder gut essen bei gezapftem Bier – Hurgl leistet uns Gesellschaft, Sara geht es zwar besser, aber noch nicht gut. Die beiden haben beschlossen, maximal 100 km pro Tag zu fahren und möglichst nach jedem Fahrtag einen Ruhetag einzulegen. Das schränkt in einem riesigen Land wie Indien die Erreichbarkeit von Zielen natürlich gewaltig ein, aber Sara packt es einfach nicht anders.Wir beschließen, dass I + U in einem Tag nach Diveagar fahren, S + H in 2 Etappen, und dass wir uns in Diveagar wieder treffen. Und dass wir ähnlich weitermachen, dabei verstärkt kommunizieren, ob alles gut läuft.

 

 

 

 


Freitag, 8.12. Pune
Mit dem Tuc-Tuc fahren Irmgard und ich zum Aga Khan Palast, wo Mahatma Ghandi samt Gefolge gefangen gehalten wurde und wo seine Frau und sein Sekretär starben, ihre Asche und auch die von Ghandi werden dort aufbewahrt. Dann weiter, wieder mit dem Tuc-Tuc, zum botanischen Garten, aber der ist nichts besonderes, nur ein paar wenige exotische Pflanzen.
Diesmal gehen wir in ein anderes Lokal, auch gut, aber man kann nicht draußen sitzen und damit auch nicht rauchen.

Donnerstag, 7.12. Pune
Irmi und ich durchstreifen Pune von Nord nach Süd bis meine Socken qualmen, aber da kennt Irmgard kein Pardon, vom alten Fort im Zickzack durch die Altstadt und dann in einen Park mit Kinderkarussell und Buden. Aber dafür kann ich mich abends wieder an gezapftem Bier laben. Sara und Hurgl haben wohl ein kleines Programm gemacht, damit vor allem Sara sich wieder erholen kann.

Mittwoch, 6.12. Pune
Sara und Hurgl kommen schon vor 9 mit ihrem „Handgepäck“ in Vasai an, die Armen müssen gegen 6 aufgestanden sein, denn allein der Zug dauert schon über eine Std.. Sie packen ihre Sachen um und beladen das Moped, dann müssen Hurgl und ich noch kurz zum Enfield wegen der Kette, derweil die Damen Kaffee trinken. Erst gegen 10:30 geht es los nach Pune, ca. 200 km, aber wir verfahren uns mal wieder und kommen erst nach Einbruch der Dunkelheit an. Sara ist völlig fertig und auch für Hurgl + mich waren die letzten km nicht einfach – statt der Enfield Beleuchtung hätte man auch eine Kerze anzünden können. Zum Glück taugt das Hotel und wir verlängern, zur Erholung und weil der Darmvirus wieder unterwegs ist. Irmgard und ich finden ein etwas gehobeneres Lokal, wo wir gut essen und gezapftes Bier bekommen, erstmalig in Indien.

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Ich habe gerade eine Menge Bilder zu den zurückliegenden Texten eingefügt. Der Uli-Trottel hatte den Akku und das Ladegerät für unsere Kamera verschlampt, aber der Hurgl-Held hat Ersatz besorgt. Zur Strafe musste Uli-Trottel die Bilder mühsam bei schlechter Netzanbindung hochladen und einfügen :-(((

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Dienstag, 5.12. Vasai
Ockhi arrives! Der Zyklon, der in Südindien und Sri Lanka Dutzende Tote gefordert hat, ist erst hinaus auf die arabische See und kommt jetzt zwischen Surat und Mumbai wieder an Land. Aber kein Grund zur Panik, er hat sich dramatisch abgeschwächt. Es regnet die ganze Nacht und bis in den Nachmittag in Strömen. Man sollte keinen Hund vor die Tür schicken, aber Irmgard braucht Kaffee. Wir fahren mit dem Tuc-Tuc in ein Cafe und sind bei der Ankunft erst halb durchnäßt. Da bleiben wir sehr lange, trinken viel Kaffee, bis das Cafe schließt und man uns rauskomplimentiert. Wir ziehen noch ein wenig durch die Gassen, bis wir gleichmäßig durchfeuchtet sind, und dann zurück ins Hotel. Das ist unser erster Regentag in Indien, und irgendwie macht das keinen richtigen Spaß. Aber Morgen soll das Wetter wieder gut werden, Sara + Hurgl werden kommen und wir werden weiterfahren.

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Montag, 4.12. Vasai
Irmgard geht ins Cafe, ich hole das 2. Moped. Es ist alles gemacht, außer einer neuen Batterie für Hurgl. Der Mechaniker und ich sind uns einig, es wird im gut tun, sein Moped immer anzukicken! „ mal Inspektion, plus Rückspiegel, plus Benzinhahn, plus Vergaserteile für ca. 30€!!! Ich werde die Rechnung aufheben und meinem BMW-Händler präsentieren, wenn ich mein Moped nach der Reise wieder abhole!
Jetzt machen wir mit Hurgls Moped einen Ausflug zu einem Strand weiter im Norden, dort hat Irmgard Mini-Goa entdeckt. Über kleine und allerkleinste Sträßchen kommen wir zum Strand und nach einigem hin und her auch nach Mini-Goa. Das ist ein kleines Resort mit einer Art Bauernhof zur Selbstversorgung, am WE anscheinend gut besucht, die Aufräumungsarbeiten sind noch im Gange. Aber jetzt ist hier nur eine kleine Geburtstagsfeier. Alle sind sehr freundlich, aber man spricht nur Hindi. Egal, sie werfen für uns die Küche an und wir bekommen ein Überraschungsessen, sehr lecker, aber so viel, dass wir es kaum schaffen. Die Reste gehen vermutlich an das Viehzeugs, das hier reichlich herumläuft.
Ich bin so vollgefressen, dass ich fast einschlafe. Aber wir müssen noch ein ganzes Stück fahren, der Verkehr ist heftig, das Navi spinnt und Irmgard schimpft. Zurück im Hotel bin ich wieder hellwach und schreibe bei 1, 2, 3, … Bier endlich was für den Blog.

 

 

Der/die erste, die weiß (nachweislich!), was das auf dem folgenden Bild heißt, bekommt von mir ein Bier:

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Montag, 3.12. Vasai
Wir machen mit dem Motorrad einen Ausflug zum Tungareshwar-Nationalpark. Im Eingangsbereich ist die Strecke ziemlich übel und vollgestopft mit Bussen und einigen SUVs. Okay, es ist Sonntag, und viele Inder machen einen Ausflug zum Wildlife-Centre am Eingang des Parks. Darauf haben wir keinen Bock, wenden und umfahren den ganzen Park und gelangen von der Rückseite hinein. Auch hier ist es Offroad, aber mit der tuckernden Enfield und Beifahrer ganz gut zu machen – mit Gepäck wäre es grenzwertig. Es ist wenig los, wir fahren die Serpentinen durch lockeren Regenwald mit einigen Stops ziemlich hoch hinauf, und auf der anderen Seite wieder hinunter und kommen am Wildlife heraus, wo sich der Hustle inzwischen entwas entspannt hat – ein schöner Tagesausflug.

 

 

 

 


Samstag, 2.12. Vasai
Ich kann das erste Moped aus der Inspektion holen, natürlich kann ich nicht im Detail prüfen, was sie alles gemacht haben, aber die Kiste läuft gut, besser als beim Start in Delhi, und die kleinen Mängel,  die ich ihnen angezeigt habe, sind behoben. Wir machen eine Tour ans mehr oderweniger, Irmgard hat ein tolles Restaurant entdeckt, in dem wir im 2. Stock auf der Dachterrasse sitzen. Wir essen nicht nur, Seefood unglaublich gut und unglaublich billig, bleiben auch länger und schauen über eine Bucht, wo Fischerboote kommen und gehen, richtig kitschig – romantisch. Nicht viel Action, aber ein netter Tag.

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Freitag, 1.12. Vasai
Ganz ohne Mumbai wollen Irmi + ich natürlich auch nicht, deshalb fahren wir auch mit dem Zug in die Stadt, anderthalb Stunden drangvolle Enge bei offenen Türen, durch die Fahrgäste während der Fahrt auf und abspringen. Für uns kein Problem, aber es gibt sehr oft tödliche Unfälle. In Mumbai machen wir einen ausgedehnten Spaziergang durch die historische Altstadt, und es macht Spaß: Imposante Gebäube aus der Kolonialzeit, alleeartige straßen, dazwischen Parks und Sportgelände, alles sehr großzügig und aufgelockert. Und die Luft ist überraschenderweise auch gut, im Gegenstz zu fast allen anderen Städten, vielleicht wegen der Seeluft, und oder wegen dem Verbot der 2-Takt-Tuc-Tucs, hier gibt es nur Kleinwagen als Taxis. Und die Stadt ist sauber, fast jeder der vielen kleinen Verkaufsstände hat einen Mülleimer, und das macht sich deutlich bemerkbar. Insgesamt sehr angenehm.
Mit dem Zug zurück, wir fahren bis zur Endstelle und wollen von der Schwesterstadt Virar von Norden in unser Hotel. Aber zuvor müssen wir etwas essen, gehen in ein Restaurant: Die Speisekarte ist nur Hindi, und man spricht auch nur Hindi. Wir bestellen nach einem Bild ein Thali für 2, eine Art Reistafel mit verschieden Gerichten, und der Preis auf dem Bild von 9200 Rupien (knapp 12€) kommt mir etwas heftig vor. Das Essen ist gut, wenn auch nicht sehr viel, aber ausreichend. Und dann zahle ich: 120 Rupien (gut 1,5€), inklusive Mineralwasser! Und jetzt mit dem Tuc-Tuc ins Hotel: Für 15 km vereinbaren wir 400 Rupien (5€), eigentlich zu viel, aber wir wollen zügig ins Hotel. Allerdings stellt sich heraus, dass der Fahrer den Weg nicht kennt und ich kann auch nicht helfen, denn der Akku von meinem Navi ist leer. So irren wir 1,5 Std durch die Nacht und Irmgard ist ziemlich genervt, als wir endlich ankommen. Aber nach 2 – 3 Bier ist alles wieder gut.

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Donnerstag, 30.11. Vasai
Gut 100km über den Highway nach Vasai, einem nördlichen Vorort von Mumbai, das ist keine große Sache. Irmgard und ich wollen da bleiben, haben genug von den Großstädten, Sra + Hurgl wollen in die 20 Mio-Metropole. Sie lassen alles nicht benötigte in unserem Zimmer und fahren mit leichtem Gepäck mittels Vorortzug nach Mumbai. Ich bringe die beiden Mopeds zur Inspektion und wir lassen den Tag gemächlich ausklingen. Und wir bleiben natürlich in Kontakt über unsere indischen Flatrate Telefone.

Mittwoch, 29.11. Govana Club
Wir machen Ausflüge mit den Mopeds, Sara + Hurgl hauptsächlich zu den meiner Meinung nach nicht besonders einladenden Stränden, Irmgard + ich machen dahin nur einen kurzen Abstecher und fahren ansonsten auf der Küstenstraße. Die ist so schlecht, dass wir sie mit Gepäck nicht fahren wollen – einmal musste Hurgls Gepäckträger schon geschweißt werden, und auch den Mopeds insgesamt tun solche Strecken nicht gut. Außerdem zwingt Irmgard mich, mich in die Hände eines indischen Barbiers zu begeben, schrecklich! Für den Abend besorgen wir noch eine Ladung Bier, und der Verkäufer warnt uns eindringlich, uns damit nicht von der Polizei erwischen zu lassen, aber die paar Meter sind kein Problem. Das Bier dürfen wir aber nicht im Restaurant trinken, denn es sind andere Gäste da, also sitzen wir nach dem Essen auf der Veranda vor unseren Zimmern, auch nett.

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Dienstag, 28.11. Govana Club
Wir haben ein paar Schwierigkeiten, wo wir als nächstes absteigen wollen, und landen im Govana Club, ca. 150 km nördlich von Mumbai (ehemals Bombay). Die Adresse bei Booking.com liegt nahe einem kleinen Ort, aber das ist die Wohnung des Managers, Bovana liegt noch abgeschiedener. Aber das ist garnicht schlecht, richtig geräumige Zimmer ohne nennenswerten Makel, freundliche Wirtsleute, die auch ein Restaurant betreiben, und etwas Ruhe nach den ganzen Städten tut gut, zumindest mir. Bovana liegt in Gujarat, ein paar hundert Meter von der Grenze zu Maharashtra. Hurgl wird vom Manager in den Nachbarstaat gefahren, wo er einen Karton Bier kauft, den wir im Restaurant vertilgen.

 

 


Montag,27.11. Surat
Das Besondere an Surat: Da brach in den 90ern die Pest aus. Und jetzt ist es angeblich die zweitsauberste Stadt Indiens – aber davon merkt man nix! Wir haben im Hotel „Good Stay“ gebucht, aber das ist alles andere als toll: Das Personal weiß nix von userer Buchung, arbeit nicht mit booking.com und ist sehr unfreundlich. Am Ende bekommen wir 2 Zimmer, die für eine Nacht gerade akzeptabel sind, gegen Vorkasse natürlich. Am Abend bemerke ich, dass auf der Toilette kein Papier ist. Ich rufe den Roomservice an und bestelle eine Flasche Mineralwasser und Klopapier. Nach ein paar Minuten kommt ein Junge mit dem Wasser, aber ohne Klopapier: Ich soll mich an die Rezeption wenden. Ich rufe dort an, man sagt mir, das sie keines haben. Das will ich nicht akzeptieren und stiefel aus dem 5. Stock zur Rezeption. Dort sitzen der Manager und 2 Jungen im Empfangsbereich auf der Couch, die Füße auf dem Tisch und lesen Zeitung. Auf meinen Wunsch nach Klopapier erklärt man mir, dass das nicht zum Service des Hotels gehöre. Ich erkläre, das ich es dringend brauche, werde aber ignoriert. Da platzt mir der Kragen: Ich reiße dem verdutzten Manager die Zeitung aus der Hand und sage, dann nehme ich eben das als Klopapier, drehe mich um und gehe laut schimpfend auf‘s Zimmer.
Ca. 15 Minuten später kommt ein Junge und bringt uns 2 Rollen Klopapier auf‘s Zimmer.
PS.: Für den Notfall hatte ich natürlich noch eine kleine Klopapier-Reserve.
Sonntag, 26.11. Vadorada
Irmgard + ich machen Sightseeing, besuchen unter anderem einen großen Maharadscha-Palast, mit 170 Zimmern wohl der größte private Wohnbereich Indiens. In den Palast verschmelzen verschiedene Stilrichtungen, nicht nur alt-indisch und Mogul, auch europäisches von Gotik bis Klassizismus, und das Ergebnis ist wirklich gelungen.
In Guajarat herrscht die Prohibition. Aber Ausländer können mit einer Sondergenehmigung Alkohol in großen Hotels kaufen und im ihrem Hotel trinken. Ich besorge eine Genehmigung und fahre zum Syria-Luxushotel, damit wir abends auf der Hotelterrasse ein paar Bier trinken können. Aber Shit, Sonntags ist der Alk-Shop im Hotel geschlössen :-(((.

 

 

 

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Samstag, 25.11. Vadorada
Vadorada ist eigentlich nur als Zwischenstopp gedacht, aber weil 2 Tage hintereinander auf dem Moped nicht jedermanns Sache ist bleiben wir 2 Tage in einem ganz netten Hotel. Es hat eine Dachterrasse, und so etwas wissen wir zu schätzen, denn ansonsten gibt es kaum Orte, an denen man sich abends aufhalten kann, außer dem Zimmer natürlich. Biergärten oder Kneipen gibt es nicht, gelegentlich wenig einladende Bars.
Sara + Hurgl gehen in einen Park und in den Uni-Bereich, Irmard + ich erkunden die nähere Umgebung und erledigen einige Besorgungen.
Freitag, 24.11. Kalol
Mit dem Taxi geht es nach Ahmehnabad zu einem Jain-Tempel, wieder eine neue Religion und ein neuer Stil. Die Jains sind die Ultra-Veganer: Sie essen nur, was über der Erde wächst und binden sich Tücher vor den Mund, damit sie nicht versehentlich Fliegen einatmen und töten. Natürlich sind sie auch zu Menschen sehr freundlich, sogar zu mir (sie kennen mich ja nicht!), und bieten uns Essen an. Sara und Hurgl ziehen zu einem weiteren Jain-Tempel und dann durch die Stadt, wir spazieren durch die Altstadt der 5. größten Metropole Indiens. Aber auf Großstädte haben wir beide nur noch wenig Lust und fahren mit dem Tuc-Tuc bald wieder zurück. In Kalol gehen wir dann in die mittelgroße Stadt, werden von einer Hochzeitsgesellschaft fast abgeschleppt, von zig Schulkindern belagert und ich esse unbekannte, aber leckere Dinge an der Straße, übrigens alles lange nicht so scharf, wie wir gedacht hatten, zumindest bisher.

 

 

 

 


Donnerstag, 23.11. Kalol
Ab nach Gujarat
Wir fahren eine schöne Strecke durch grüne Hügellandschaften. XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXx
Wir kommen in Kalol an, ca. 30km nördlich von Ahmehnabad, was wir uns ansehen wollen. Aber im über booking.com gebuchten Silver Inn kent man uns nicht, bietet uns nur 2 Löcher an, die sie Zimmer nennen, wir aber nicht wollen. Es dauert alles und ist nervig, aber wir finden ein akzeptables Hotel und gehen lecker essen – alles ist gut.

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Mittwoch, 22.11.
Unser letzter Tag in Udaipur und ein kurzer Abriss über unsere Zeit dort. Sara und ich spezialisieren uns in Udaipur wieder auf das weniger kulturbehaftete Freizeitprogramm. So gehen wir in ein Nachbarhostel zum Morgenyoga und streunen auf verschiedenen Märkten umher. Diese sind jeweils auf ein einzelnes Produktgebiet fokkussiert. So gibt es neben dem Gemüsemarkt einen Gewürzmarkt, einen gesonderten Frauenkleidungsmarkt neben dem Stoffmarkt, einen Markt für Schmuck, einen für Streetfood… Allerdings lassen wir es uns auch nicht nehmen uns den Jagdish-Tempel anzuschauen und mit bunt betupfter Stirn wieder zu verlassen.
Nachdem ich mich gestern (Dienstag) mit meiner ersten eigenen Yogamatte ausgestattet habe gibt es ein Guten-Morgen-Yoga auf der sonnenbeschienenen Dachterasse unseres Hostels, in dem wir uns eh recht wohl fühlen. Wir haben viel Freude mit Vicky, dem 24/7 dort arbeitenden Housekeeper. Er gibt uns die ganze Zeit dort viele hilfreiche Tipps was wo zu finden ist, was wieviel kosten darf und erzählt uns viel über sich, das indische Kastenwesen, indischen Alltag von heiraten bis Korruption und kocht mit uns gemeinsam Paneer Butter Masala. Sara und ich ziehen wie die Tage zuvor wieder durch die Stadt, schauen uns Cafés, das Strassenleben und verschiedene Shops an bevor auch ich mir den Maharadschapalast anschaue. Abends kochen Vicky und Sara miteinander fried rice für uns alle. Wir essen, füttern noch ein paar Hostelgäste, packen und gehen früh ins Bett – immer diese Vernunft!(h)

 

 

 

 

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Dienstag, 21.11.
Irmgard und ich machen einen (für mich) ausgedehnten Spaziergang durch die Wohngebiete von Udaipur, die üblichen kleinen Geschäfte und Märkte wiederholen sich doch zunehmend, und in den Wohngebieten kann man ruhiger, ohne das ständige Hupen, umhergehen. Tschai und Kaffeee im Schatten eines gewaltigen Fig Tree, und dann zurück. Abends spielen wir dann Schafkopf auf dem Hoteldach.(U)
Montag, 20.11. Udaipur (Venedig des Ostens)
Die Stadt, rund eine halbe Mio Menschen, ist schön. Aber das ist auch bekannt, und deshalb gibt es reichlich Touristen, und Einheitsgeschäfte verdrängen das traditionelle Kunstgewerbe zunehmend. Aber dennoch: Wir ziehen als getrennte Pärchen durch die Stadt, das ist okay, ich bin eben nicht so schnell und ausdauernd unterwegs wie die jungen Leute. Irmgard und ich haben uns zunächst den Jagdish-Hindu-Tempel von 1650 angeschaut, sehr schön, und sind dann weiter zum großen Palast des Maharadscha: Monumentale Größe, Kulisse für Octopussy, Tiger von Eschnapur, Indisches Grabmal, und dennoch fein gearbeitet, mit einem großen und interessanten Museum. Und danach war erst mal Essen und Pause angesagt.(U)

 

 

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Zuerst möchte ich mich entschuldigen, dass wir so lange nichts geschrieben habe. Das hat verschiedene Gründe: Hier hat jede Unterkunft WLAN, aber das ist meist so langsam, dass man meint, das jedes einzelne Bit sich persönlich verabschiedet, bevor es ins Internet geht. Mit Text geht es unter bestimmten Umständen noch einigermaßen, aber bei Bildern ist es extrem langwierig.
Zum anderen sind wir alle mehr oder weniger erkältet, besonders mich hat es erwischt, und kränkelnd mach das bloggen keinen Spaß.
Aber allmählich geht es uns besser und auch für‘s WLAN haben wir ein paar Ideen, Hurgl und ich haben uns vorgenommen, in Zukunft mehr zu schreiben und vielleicht auch ein wenig nachzutragen. (U)
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Sonntag, 19.11. von Chittorgarh nach Udaipur
Kurze Etappe.(h)
Samstag, 18.11. von Bundi nach Chittorgarh
Wir fahren früh los nach Chittorgarh. Da ich mich bei der Streckenplanung durchsetzen konnte, fahren wir erstmal 50km eine sogenannte „schlechte Strasse“. Zwar schüttelt es uns etwas durch und mein Gepäckträger bricht an, aber wir kommen trotzdem gut an und lassen den Gepäckträger in Udaipur wieder schweissen. Das Hotel ist mehr oder minder Kategorie 0*-, aber wir überstehen die Nacht unbeschadet.(h)

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Freitag, 17.11.
Wir verlängern spontan in Bundi, wollen ein Festival besuchen, aber das beginnt leider erst sehr spät abends. Da wir am nächsten Morgen relativ früh losfahren wollen sind wir alle so vernünftig, dass wir uns frühzeitig schlafen legen und wir deshalb alle dieses Festival, welches so toll gewesen sein hätte können, so mit traditionellem Tanz, Lokalbandcontest, verschiedensten Leckereien, den buntesten Gewändern, tollen Gerüchen, Kunstausstellung und Turbanwettberb und und und… Aber da waren wir ja nicht, weil wir geschlafen haben.(h)
Mittwoch, 15.11. und Donnerstag, 16.11.
Zwei Tage in Bundi, ein wirklich schönes Städtchen und nicht so hektisch.(U)
Während Uli sich überwiegend auskuriert und Irmgard ihrem neuen E-Reader widmet, wenn sie nicht gerade auf den nächsten Hügel wandert geniessen wir die XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

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Dienstag, 14.11.
Am Morgen ganz in der Früh fahren wir mit mittlerweile gewohnter Verspätung kurz vor Mittag in Jaipur los um unsere nächste Station Bundi anzufahren. Der National Highway ist überraschend gut ausgebaut und wir kommen ziemlich schnell voran. Guest House suchen, abpacken, dann ziehen Sara und ich gleich los in die kleine, ruhige Stadt, wackeln über zwei Märkte, die sich bei Helligkeit als ein grosser zusammenhängender Markt herausstellen sollen, und trinken bei Kirshna in Krishanas Chailaden Chai. Dieser ist, obwohl mit Liebe zubereitet, sehr lecker und der erste richtig gute, starke Gewürztee, der uns in Indien begegnet.(h)

Montag, 13.11.
Wir machen einen gemeinsamen Ausflug mit den Motorrädern zum Kaffee trinken in besagtem Coffeeshop, dann fahren wir (mit hurgolonisch eingebautem Umweg) auf die Festung Nahargarh Fort. Wir sind alle ziemlich angepisst, weil wir schon wieder ewig am Moped gesessen sind und nicht voran kamen, aber nix für ungut, ab durch die kahlen Räume – leider waren diese wirklich absolut uneingerichtet, so dass die Vorstellung, wie dort einmal das Leben stattgefunden haben könnte sehr schwierig bis willkürlich ist – und ein bisschen den Ausblick über die Stadt (so weit das Smog-Auge reicht) geniessen. Danach bringen wir die Motorräder zurück ins Hostel. Sara und ich machen uns mit dem Tuk-Tuk auf den Weg zu unserer ersten indischen Yogastunde. Unterwegs schauen wir uns noch einen Ganesha-Tempel an und bekommen aufgrund guten Timings auch die gerade beginnende Zeremonie mit.(h)

 

 


Sonntag, 12.11.
In Jaipur finden wir eine Kaffeerösterei, die richtigen Kaffee anbietet. Das Publikum dort ist eher jung und westlich, alle sind sehr aufgeschlossen und der Espresso/Cappuccino voll gut. Bevor wir gehen, kaufen wir für unsere zwei Kaffee-Junkies eine Aeropress Kaffeemaschine, dass sich die beiden auch in Zeiten des dünnen braunen Wassers helfen können. Sonst tigern wir, wie auch Uli und Irmgard, durch die engen Gassen der vornehmlich muslimisch besiedelten Altstadt und schauen verschiedene Märkte an. Salim, unser Housekeeper, ist sehr freundlich und hilfsbereit. Er schafft es zwar nicht uns Schaf-Felle für unsere Motorradsattel zu organisieren, aber dafür bringt er uns zur Edelsteinmanufaktur seines Cousins. Hier wird uns viel erklärt und wir können verschiedene Steine begutachten und/oder sogar kaufen. Wusstet ihr eigentlich, dass Jaipur die Weltstadt der Edelsteine ist? Da hier in Indien die Arbeitszeit so wenig kostet, werden ganz schön viele (irgendwer hat 80% gesagt, ist aber nicht recherchiert) aller Edelsteine nach Jaipur verbracht, um hier geschnitten und geschliffen und danach in alle Welt verkauft zu werden. So, genug gelernt, Sara und ich ziehen los zum Abend der schrecklichen Bars. Zuerst landen wir in einem Kellerloch à la Grüner Baum. Bier ist günstig, Trinker vorhanden, Musik und Gemütlichkeit beim Auswärtsspiel. Weiter mit dem Tuk-Tuk in ein Pub, welches sich schnell als Hotelbar eines höherpreisigen Hotels herausstellt. Die Stimmung ist angespannt steif, der Alleinunterhalter schlecht, wir machen auf dem Absatz kehrt und verlassen rückwärts das Etablissement. Na dann, ab ins „100% Rock“, klingt ja vielversprechend, ist dann aber doch nur ein sehr angesagter Kuppel-Schuppen für reicher Eltern‘s Kinder. Obwohl die Getränkekarte mit Janis Choplin beginnt und Bilder von Black Sabbath an der Wand prangern geht die Musik nicht über Pop und Charts hinaus. Wurst, ein Bier geht schon und wenigstens mussten wir als Paar keinen Eintritt bezahlen.(h)

Samstag, 11.11.

hat Uli krank verschlafen(U)

Das war sehr schön, denn so konnten wir ohne unseren Silberrücken in unserem schönen Hostel rumgammeln und etwas Jaipur entdecken.(h)

 

Freitag 10.11. Jaipur, die rosa Stadt.

Wir fahren problemlos nach Jaipur, aber wie üblich ist das Hotel nicht leicht zu finden, Google + OSMAND sind in den verschachtelten Innenstädten einfach ungenau. Also fragen wir und es dauert nicht lange und jemand fährt vor und bringt uns zum Hotel.

 

 

Die Streifenhörnchen werden gefangen, aber nicht getötet, das ist für Hindus tabu: Ihnen werden die Schwänze  rasiert, daraus werden Pinsel gemacht, und dann werden sie wieder frei gelassen.

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Donnerstag, 9.11., auf nach Rhajastan

Die Inder sind anscheinend keine Frühaufsteher, die meisten Geschäfte öffnen erst gegen 10 oder 11, und auch der Verkehr ist morgens deutlich geringer. Deshalb wollen wir gegen 6 Uhr früh aufbrechen und schaffen es auch gegen 6:30. Aber wir verfahren uns gnadenlos und haben nach 3 Std ca. 40 km geschafft, sind immer noch in den versmogten Randgebieten von Dehli und kehren in ein Biker-Cafe ein. Doch jetzt wird es einfacher, noch gut 100 km bis Alwar, unserem nächsten Ziel. Das Hotel dort ist eher mäßig, aber wir bleiben ja nur eine Nacht. Wir essen was in der Stadt und fahren dann mit dem Tuc-Tuc zu einem Palast mit Museum. Die Beschriftung ist meist in Hindi, wir verstehen nicht alles, aber Hurgl quatscht einen jungen Mann an, der uns hilft, und herumführt und einiges erklärt. Anschließend wollen wir noch etwas trinken und fragen den Mann nach einer Bar. Er sagt, er kennt da was Gutes und fährt mit uns hin: Es ist direkt über unserem Hotel, das macht es einfach, den Tag angenehm zu beschließen. (U)

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 8.11. oder auch Expedition Smog
Delhi schrumpft auf eine gesehengefühlte Grösse von 50 bis 100m zusammen. In dieser Enge (es ist wirklich ein beengendes Gefühl mit der zum Schneiden dicken Luft und dem Brennen in Augen, Nase und Hals) versucht die Seniorenfraktion am Red Fort sight zu sehen, während wir den Weitblick haben uns um Organisatorisches zu kümmern und versuchen am Flughafen unseren Rückflug umzubuchen. Hab ich versuchen geschrieben? Ja, genau so war‘s – Schalter nicht besetzt, Hotline unfähig, normaler Wahnsinn. Wir verschieben das Umbuchen also auf Sanktnimmerleinstag und ziehen in die Stadt zum Chai trinken und husten. Abends treffen wir uns noch mit Tchani, er hat uns zu sich nach Hause eingeladen, zum Essen und Trinken. Er ist wirklich super, gibt uns noch viele Tips und verspricht uns Unterstützung, falls wir Probleme haben. Wir sind froh, dass es ihn gibt! Wir lassen es nicht so spät werden, bereden im Hotel noch die Planung unserer ersten Fahrt am nächsten Tag, packen unsere 17 Sachen und versuchen früh schlafen zu gehen. (h)(U)
Das rote Fort in Delhi ist eindrucksvoll, wenn man sich die Bilder im Internet anschaut, wie es tatsächlich aussieht – siehe Foto unten.(U)

 

 

 

 

 

Dienstag, 7.11.

Uli und ich fahren wieder nach Karol Bagh um den Deal mit den Mopeds fertig zu machen. „Nur noch“ checken, ob alle von uns monierten Kleinigkeiten erledigt sind, Kaufvertrag und Versicherung unterschreiben und zahlen. Wir planen dafür so ca. eine Stunde ein – hupps, indisches Chaos vergessen – der Chef mit den Papieren ist sonstwo, der „Manager“ kümmert sich um 7 Baustellen gleichzeitig und alles dauert. Nach viereinhalb Stunden verlassen wir endlich den Händler – alles hat geklappt, wir sind hungrig und jetzt schon platt. Ab in den sehr entspannten Strassenverkehr in Delhi, erst mal tanken (die Motorräder sind gerade einmal mit ½ bis 1 Liter Benzin ausgestattet) und zurück ins Hotel, wo Sara und Irmgard schon auf uns warten und die nachmittägliche Entdeckungstour mit uns starten wollen. India Gate (ist halt ein riesiger gemauerter Torbogen siehe Wikipedia), allerdings relativ unspannend und nicht mal direkt zugänglich. Bereits 100m entfernt ist eine Absperrung und ausser ein paar Touristen, Bullen und den vielen Strassenhändlerinnen des schlechten Geschmacks ist dort nichts geboten. Also weiter zum Khan Markt zum Kaffee trinken und glotzen – zum kaufen ist dort alles zu teuer für uns arme Schlucker. Irmgard und Uli verpissen sich endlich in den Park der knutschenden Jogger, wir steuern noch durch diverse Supermärkte schlagen uns noch den Bauch voll. Danach gehen wir in eine Bar (so mit Alkohol trinken und rauchen). Zwei indische Jungs vom Nebentisch finden uns als Eüropäer ganz interessant und anziehend und quatschen uns an. Wir fangen an uns etwas zu unterhalten und freuen uns Inder kennenzulernen, alles ist entspannt. Naja fast – nach etwa 3 bis 5 Minuten kommen die Securitys und entfernen die beiden friedlich aber sehr bestimmt. Pech für die beiden und für uns. Wir fragen uns warum, aber das werden wir im erst im nächsten Kapitel erfahren. (h)

Montag, 6.11.

Montag ist der „Sonntag“ in Indien, viele Geschäfte haben zu, nicht Tony-Bikes. Die Frauen schlafen aus, können den Nachmittag planen, Hurgl und ich fahren zum Händler. Wir checken nochmals die Bikes und machen eine (begleitete) Probefahrt, der tapfere Hurgl versucht noch den Preis zu drücken, bei so etwas bin ich ziemlich unfähig, aber es gelingt kaum, nur 2 Ketten und Schlösser können wir herausleiern. Und dass sie die ganze Abwicklung, Verträge, Registrierung und Versicherung übernehmen, so das wir in dem Punkt Tchanis Hilfe nicht benötigen. Daten erfassen, Anzahlung, der Deal ist perfekt.

Dann geht es zum Hotel, wo uns die Frauen erwarten, und weiter: Zum Essen – sehr einfach, sehr billig und trotzdem sehr gut, dann India Gate, Kahnan Market, Lodhi Park, aber da bin ich schon platt und will ins Hotel, wo ich jetzt relaxe und schreibe. (U)

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 5.11.

Schon ganz früh, ca. 9:30, machen wir uns mit dem Moto-Taxi auf den Weg nach Karol Bagh, dem Motorradzentrum von Delhi. Ganz früh ist kein Witz, die meisten Läden öffnen erst 10 oder 11 Uhr. Geschätzt gibt es 50 Gebraucht-Motorrad-Händler auf einer Fläche von 100 qm, weiter drumherum. Wir suchen Royal Enfields, das sind die stärksten Boliden die hier herumfahren, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Das Angebot ist vielfältig, wir schauen uns einige Bikes an. Unsere Kriterien sind nicht nur der Preis, sondern für uns ist die Zuverlässigkeit wichtig; die des Händlers und der Motorräder und natürlich, dass es zügig geht. Nach einer ersten Runde gehen wir erst mal Essen und beratschlagen. Es zeichnet sich ab, dass nach unseren Vorab-Recherchen, den Gesprächen vor Ort und auch dem Tipp von Tchani Tony-Bikes unser Favorit ist. Unser Frauen langweilen sich zunehmend, verständlicherweise, und sie ziehen los auf Sightseeing-Tour. Hurgl und ich schauen uns 2 Enfield Bullet 500 Machismo genauer an. Der Name Machismo rührt vielleicht daher, dass der Beifahrersitz eher spartanisch ist – ob das die Frauen aushalten, wir werden sehen. Die beiden baugleichen Mopeds mit ca. 6 bzw. 16 Tkm auf der Uhr sind in gutem Zustand, ein paar Kleinigkeiten finden Hurgl und ich aber doch. Der Preis von zusammen 170 TR (ungefähr 2400€) ist schon einiges höher als die von uns erhofften 1 T€ pro Moped und es gelingt uns nicht, den Preis zu drücken. Aber dafür werden die von uns gefundenen Mängel beseitigt, unter anderem ein neuer Reifen und andere Stoßdämpfer , und wir bekommen Zubehör, Sturzbügel, große Gepäckträger, Werkzeug und Ersatzteile. Mehr ist nicht drin. Wir bekunden unser Interesse, aber sagen noch nicht zu.

Hurgl und ich ziehen in ein Strassencafe und reden über den Kauf und einiges mehr, dann fahren wir zum Hotel, wo uns die Mädels schon erwarten. (Was sie so erlebt haben, dass müssten sie selbst schreiben, wenn sie wollen, da war noch was mit fickenden Affen auf dem Dach???).

Der Kauf der beiden Mopeds ist so ziemlich beschlossene Sache.

Jetzt gibt es noch einiges zu erledigen, Schneider, Alkoholladen, Geldautomat, Essen, … Irmgard findet ein gutes Restaurant, gehobene Klasse, das heißt unter 10€ für Essen + Trinken für 2, zu dem auch Sara und Hurgl später gehen und zufrieden sind.

Insgesamt ein intensiver und zufriedenstellender Tag!IMG_20171105_115533_114

 

 

 

 

 

 

 

Samstag, 4.11.

Wir haben eine Verabredung zum Mittagessen mit Tchani, dem Cousin eines Freundes einer Kuhlen Wampe aus Wien. Wir sind früh dran und laufen los, Hurgl ist unser Guide und wir irren durch die Gassen von Paharganj, schließlich nehmen wir uns nach etlichen Umwegen durch kleine Gassen doch zwei motorisierte Rikshas und fahren zum Restaurant. Dort treffen wir Tchani, einen überaus freundlichen rotbärtigen Sikh. Das Restaurant ist ein richtig edles und natürlich vegetarisch, wir müssen mit anderen vor der Tür warten, bis Tchani aufgerufen wird. Drinnen überlassen wir Tchani die Auswahl der Speisen, wir kennen sowieso das meiste (noch?) nicht, und dann wird aufgetischt vom Allerfeinsten. Beim Essen erklärt uns Tchani, dass nur Menschen mit einem festen Wohnsitz in Indien hier ein Motorrad kaufen können, aber dass er für uns den Strohmann machen würde. Und am Ende lässt er es sich nicht nehmen, für uns alle zu zahlen. Ich bin begeistert, so viel Unterstützung hätte ich nie erwartet.

Nach dem Essen ziehen wir über einen mickrigen tibetanischen Markt, und einen großen Markt für Stoffe und Kleidung, wo Sara fündig wird und Stoff für einen Umhang kauft. Dann latschen wir weiter zum Connaught-Platz, dem Verkehrsmittelpunkt von Delhi. Dort bekommen wir Prepaid Karten für unsere Handys, und mir reicht es dann, genug gelaufen. Sara und Hurgl erkunden weiter, Irmard und ich fahren mit der Riksha (von Tchani kennen wir jetzt angemessene Preise) zum Hotel. Noch ein paar essentielle Besorgungen, Geld aus dem ATM und Zigaretten aus dem Laden, dann wieder auf die Dachterasse.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 3.11.

Wir kommen früh morgens gegen 5 am Flughafen in Delhi an, aber unser Shuttle zum Hotel ist nicht da. Wir warten, rufen mehrmals an, endlich , nach 2 Std. kommt der Fahrer und es geht in den inzwischen normalen Verkehr von Delhi: 1 Std. für 20 km zum Hotel Amax Inn, keine Luxusunterkunft, aber okay. Jetzt brauchen wir erst mal was zu Essen und eine Pause. Danach erkunden wir die nähere Umgebung des Hotels: Viele Hotels und lauter bunte kleine und kleinste Geschäfte mit allem möglichen Krimskrams, und dazwischen enge, staubige Straßen mit einem Gewusel von Menschen, Rollern, Motorrädern, Rikshas und gelegentlich auch Autos, die sich hier hin wagen. Noch einmal was Essen und pärchenweise weiteres erkunden, Sara + Hurgl entdecken einen Laden, der Alkohol verkauft, Irmgard und ich trinken ein paar illegale Biere auf der Dachterasse des Hotels, das war‘s.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 2.11.

Gegendarstellung!

Um 9 Uhr treffen wir uns alle am Flughafen in Nürnberg. Während Uli und Irmgard pünktlich sind und ihr Gepäck schon aufgegeben haben, kommen Sara und Hurgl ca. eine halbe Stunde verspätet direkt von der Wohnungsübergabe und kümmern sich erstmal um letzte bürokratische Akte der Wohnungsauflösung und der Landesflucht. Die Telefonleitung ist stabil, alle Instanzen werden erreicht und wieder mal zeigt sich, dass ohne die letzte viertel Stunde gar nichts fertig werden würde…

P.S.: Wie ihr seht habe ich es bereits jetzt geschafft mir die Admin-Rechte des Blogs (mit) einzuheimsen. Viva la Revolution!

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Beim Start war noch alles okay

Heute morgen ging es los, um 11 mit dem Flugzeug nach Istanbul, wo wir jetzt 5 Stunden sitzen und uns langweilen, besaufen, gegenseitig nerven, also rundherum ein gelungener Start. Ich beleidige Sara, Hurgl droht mir Schläge an und Irmgard weint – alles super,Uli ist böse.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

13 Gedanken zu “Indien 2017/2018 (Gastbeitrag)

  1. Herzliche Grüße aus dem Singularis Porcus von den Geyern und Rins aus Hannover. Im Gegensatz zu euch haben wir genug GUTES Bier- Ätsch! Euch viel Spaß aus Nürberg!
    Im Auftrag
    Thorsten

  2. Hallo Uli, ich lese den Blog gerne und schaue mir die Orte, über die berichtet wird, auch dazu in google Earth an. Da die Beträge häufig in Schüben kommen und ich oft nicht die Zeit habe, alles zu lesen halt nur 1-2 mal die Woche. Für mich, der so eine Reise niemals machen werden und schon bei der Fahrt zum ST an meine Grenzen stosse ist der Blog eine interessante Sache. Wenn ich da gross etwas kommentieren würde würde das eh bloss das Niveau nach unten ziehen 😉 Eine schöne Zeit weiterhin und ruhige Feiertage, msg Volkmar

  3. Hallo, liebe Gastbeitragsleistenden!

    Also von unserer Seite her fände wir eine Schließung des Blogs doch eher unschön.
    Nicht nur, dass wir auch eine gewisse Zeit im Norden Indiens verbracht haben, auch Kenntnis von neuen Orten ist interessant.
    Dazu auch, und nicht nur das, ist es äußerst angenehm zu wissen, wo sich andere (und teil gut bekannte) Franken auf dem anderen Kontinent rumtreiben!
    Nur Mut zum Erhalt der Reisedokumentation und vielen Dank für die bisherigen Einblicke!
    Viele interessente Etappen Euch noch – mit Hoffnung auf weitere Beschreibungen!

  4. Hallo Uli,
    ich fände es sehr schade, wenn Du den Blog beenden würdest. Ich habe ihn bis jetzt immer regelmäßig gelesen u. finde ihn sehr gut.
    Grüße aus dem verregneten Nürnberg an Euch alle von Stefan

  5. Hi Uli,
    nehmen kann Dir diesen Reisebericht jetzt schon keiner mehr.
    LG 安德烈亚斯
    (Übersetzung kostet 3 Bier)

  6. Da ihr alle so weit weg seid und euer Bier in der Zwischenzeit nur abstehen würde hier die Auflösung der Frage von Uli, was auf dem Stein geschrieben steht. Dort steht „Rama“, der Name der indischen Gottheit, die durch den populären Song „Hare Krishna, Hare Rama, Krishna Krishna, Rama Rama“ bekannt geworden ist. Dieses Wissen habe ich mir durch das aufsuchen eines indischen Schriftgelehrten angeeignet, dem ich für die Übersetzung nicht mehr als 2 Bier bezahlt habe.

    P. S. Ich preferiere Kingfisher strong

  7. Hi ihr vier,
    schön von euch zu hören! Wie geht denn die Fahrerei mir den Böcken? Was sagen eure Hinterteile?
    Ein Haufen Wampen freuen sich sehr über eure Berichte; werde allerdings unwesentlich nervös, wenn ihr euch „so lange“ nicht meldet *grins*
    Viel Freude euch, viele Grüße aus der Heimat
    Thorsten

  8. Hallo, an die Gastbeitragsleistenden!
    Sammelt möglichst viele und bilaterale Erlebnisse auf einem anderen Kontinent!
    Globalität passiert nicht nur auf dem Papier, sondern auch in unserem Umgang und vor allem in unseren Köpfen!
    Schön, dass ihr gut angekommen seid!
    MfG
    PJH

  9. Erste hurgolonische Gegendarstellung

    Liege grad im Bett und mache mir erste Gedanken zu meiner geplanten Allmachtübernahme in der Reisegruppe. Bis ich an Admin-Rechte im Blog gekommen bin, okkupier ich vorsichtshalber mal die Kommentarfunktion als mein Presseorgan. Ich halte euch auf dem laufenden…

  10. Ich wünsche Euch eine richtig geile Zeit. Werde wohl so einige bekannte Bilder sehen. Schaut gut auf Euch und vor Allem auf die anderen Verkehrsteilnehmer!
    Rangfolge in Indien: 1. LKW / Bus, 2. PKW, 3. Kühe, 4. Moped 😀
    Immer ausreichend Asphalt/Schotter unter dem Reifen.
    Go for it and enjoy!!!
    Namasté

    1. Vielen Dank für deine guten Wünsche und auch noch mal für alles, was du im Vorfeld schon für uns getan hast. Ich freu mich riesig auf viele neue Eindrücke und Erlebnisse.

      Namaste, Hurgl

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